Besitzer Herbert Raich will Kater nach Hause holen

Chiku-Prozess: Duell der Experten

Freitag, 05. Juni 2015 | 09:20 Uhr

Bozen – Der Prozess rund um Savannah-Kater „Chiku“ wird laut Medienberichten vermutlich von Experten und Gutachtern entschieden.

Während die Zeugen der Anklage gestern die Gefährlichkeit von „Chiku“ untermauerten, sind die Gutachter der Verteidigung der Ansicht, dass der Kater aus dem Ultental kein Wildtier und domestiziert sei.

So berichtete Hauptforstinspektor Andrea Ragazzoni von der Einfangaktion im Februar, die sich „schwierig“ gestaltete. „Chiku“ hatte nach seinem Ausbruch zwei Hauskatzen in einem Schuppen erlegt. Ein Foto von einem Hauskatzenkadaver sollte die Gefährlichkeit des Katers hervorheben.

Doch der Gutachter der Verteidigung, Professor Michele Capasso, erklärte das Verhalten von „Chiku“ damit, dass er nicht kastriert und den Kontakt mit fremden Tieren nicht gewöhnt sei. „Chiku“ sei domestiziert. Mehrere Merkmale würden beweisen, dass der Kater eine Kreuzung zwischen Serval und Hauskatze sei.

Das Verfahren wird am 22. Juni fortgesetzt.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (4.6.2015)

Im Prozess rund um Savannah-Katers „Chiku“, der heute Nachmittag angelaufen ist, hat Richter Tappeiner laut Medienberichten zwei Tierschutzorganisationen als Zivilkläger zugelassen: Die Lav und die Enpa.

Ihrer Ansicht nach handelt es sich bei dem Tier um eine Wildkatze, die nicht zu Hause gehalten werden kann.

Besitzer Herbert Raich hofft hingegen darauf, dass er „Chiku“ wieder zurückbekommt. Er steht wegen der Haltung eines gefährlichen Wildtieres vor Gericht und will zusammen mit seinem Anwalt Flavio Moccia beweisen, dass in „Chiku“ 25 Prozent einer üblichen Hauskatze stecken.

Davon könnte abhängen, ob er „Chiku“ wieder nach Hause holen darf.

BISHER (Chiku: Entscheidung rückt näher)

Heute beginnt der Prozess gegen Herbert Raich, den Besitzer von Chiku. Gleichzeitig soll bei dem Verfahren auch eine Entscheidung über die Zukunft des Savannah-Katers, der Anfang Februar in Lana eingefangen wurde, fallen.

Raich wird vorgeworfen, das Tier ohne Genehmigung gehalten zu haben. Außerdem könne das Tier laut Anklage die öffentliche Unversehrtheit gefährden.

Der Savannah-Kater, der eine Kreuzung zwischen einem Serval und einer Hauskatze ist, lebte in Raichs Wohnung in St. Pankraz. Chiku konnte dabei auch ein Außengehege betreten.

Nachdem das Tier Anfang Februar entwischt war, wurde es eingefangen und zunächst ins Tierheim in der Sill in Bozen gebracht. Anschließend kam Chiku in ein Zentrum für Wildtiere in der Toskana.

Raich hofft, dass er seinen Kater wieder zurückbekommt. Für die Verteidigung sollen der Supergutachter Michele Capasso aus Neapel und der deutsche Züchter Hans-Joachim Dierkopf, bei dem Chiku gekauft wurde, beweisen, dass Chiku harmlos ist. Ziel ist, dass die Beschlagnahme aufgehoben wird.

Von: ©mk/lu

Bezirk: Burggrafenamt