Wie schaut es im Auffangzentrum für Wildtiere aus?

Chiku wartet einsam auf sein Herrchen

Mittwoch, 22. April 2015 | 12:00 Uhr

Semproniano – Der Serval-Hybrid Chiku muss noch bis 4. Juni warten, bis die Entscheidung fällt, ob er wieder nach Hause zu Herrchen Herbert Raich nach St. Pankraz darf. Seit 27. Februar sitzt das Tier in 40 mal 20 Meter großen Gehege im Auffangzentrum für Wildtiere in Semproniano in der Toskana. Wie berichtet, wurde der Kater beschlagnahmt, nachdem er ausgebüchst war und als „gefährliches Tier“ eingestuft wurde. Herbert Raich ist allerdings guter Hoffnung, dass Chiku bald wieder sehen kann, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

In Semproniano hat Chiku ein einfaches Häuschen, das acht Meter lang und fünf Meter breit ist, mit einer Rattan-Couch ganz für sich allein. Nur wenige Meter von seinem Gehege entfernt sind ein Tiger und ein Löwe in dem Auffangzentrum untergebracht.

Wer sich Chiku zum ersten Mal nähert, wird angefaucht. Die Körperhaltung des Katers signalisiert Abwehr und Angriffsbereitschaft zugleich. Erst wenn man einen Respektabstand von mehreren Metern einhält, beruhigt er sich wieder.

Zu fressen bekommt Chiku im Auffangzentrum Vögel und Mäuse. Zuhause in St. Pankraz wurde er mit Wachteln und Hühnerfleisch sowie Vitaminen gefüttert.

Tierpsychologen warnen: Wenn ein Serval-Hybrid so lange von seiner Bezugsperson getrennt wird, dann könnte es bei all den zusätzlichen Erlebnissen zu Problemen kommen. Doch Raich lässt sich nicht beirren. „Meine Stimme wird Chiku beim Wiedersehen sofort erkennen“, ist er sich laut „Dolomiten“ sicher.

700 Tiere werden in Semproniano gehalten: Die Palette reicht von Kamelen, Löwen, Tiger, Affen über Vögel und Wölfe bis hin zu Schlangen und viele anderen Arten. Für Besucher ist das Auffangzentrum nicht zugänglich. Um Zutritt zu erhalten, ist eine Ermächtigung des Staatsanwaltes nötig. Auch Fotografien und Filmaufnahmen sind nur bei jenen Tieren möglich, für die es eine Genehmigung gibt.

Das Auffangzentrum nimmt sowohl Tiere auf, die nur vorübergehend bleiben, als auch für Tiere, die eines Langzeitzentrums bedürfen. Im Inneren befinden sich Tiere, die auf der Liste der gefährlichen Arten aufscheinen und damit von keiner Privatperson in Italien gehalten werden dürfen. Außerdem gibt es Tiere, die entweder illegal importiert wurden oder misshandelt und verletzt wurden.

Laut dem Super-Gutachten des Experten Michele Capasso aus Neapel sei Chiku kein gefährliches Tier, erklärt Flavio Moccia, Rechtsanwalt von Herbert Raich, laut „Dolomiten. Das Gutachten soll Anfang Mai auf dem Tisch liegen. Capasso soll zudem die genaue Abstammung Chikus klären – mit DNS-Proben.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen, Burggrafenamt