Opferstockplünderer leben in WOBI-Wohnung

Costanzi: “Werft sie nicht auf die Straße!”

Montag, 13. April 2015 | 10:20 Uhr

Leifers – Konrad Pfitscher, der bis vor einem Monat Präsident des Wohnbauinstitutes war, hat keine Zweifel. Die beiden Nomaden, die im Februar festgenommen wurden, weil sie in St. Jakob den Pfarrer Ivo Costanzi angegriffen hatten, um den Opferstock zu plündern, werden weiter in der WOBI-Wohnung bleiben dürfen. Wie Pfitscher gegenüber der Tageszeitung Alto Adige erklärt, muss zunächst ein Urteil abgewartet werden.

Wie berichtet, leben die Nomaden seit 2013 in einer Wohnung des Wohnbauinstitutes. Das Gesetz ist dabei klar: Bis jemand nicht verurteilt wird, kann das WOBI keinen Mieter vor die Tür setzen. Eine Ausnahme ist nur dann möglich, wenn die Wohnung selbst für illegale Zwecke genutzt wird – wie etwa im Fall von Prostitution, oder wenn die Wohnung als Drogenlager missbraucht wird.

Im Fall der beiden Nomaden hat sich die Straftat allerdings außerhalb der Wohnung abgespielt. Das Wohnbauinstitut werde die Situation zwar im Auge behalten, effektiv seien dem WOBI allerdings derzeit die Hände gebunden, so Pfitscher.

Wie Landesrätin Martha Stocker gegenüber der Tageszeitung Alto Adige bestätigt, werden auch die gewährten Beiträge nicht gestrichen. Die Familien hätten die nötigen Voraussetzungen. Harsche Kritik kommt dagegen vom Landtagsabgeordneten Alessandro Urzì. Er fordert, dass Straftätern jegliche Sozialleistung entzogen wird.

Doch Pfarrer Ivo Costanzi kann dieser Einstellung wenig abgewinnen. Es sei zwar richtig, dass Straftäter zur Rechenschaft gezogen werden. Deshalb habe er auch Anzeige erstattet, erklärt der Pfarrer. Er könne allerdings nicht akzeptieren, dass diese Personen ihre Unterkunft und anderen Formen der Unterstützung verlieren. Dies finde er übertrieben.

Die Pfarrei helfe jeden Tag Menschen in Not. Dass nun eine Familie auf die Straße geworfen wird, könne er nicht akzeptieren, erklärt Ivo Costanzi laut Alto Adige.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (12.04.2015)

Die beiden Nomaden, die im Februar festgenommen wurden, nachdem sie den Opferstock in der Kirche in St. Jakob geplündert und den Pfarrer Ivo Costanzi angegriffen haben, scheinen seit 2013 Mieter einer Wohnung des Wohnbauinstituts zu leben. Dies berichtet die Tageszeitung Alto Adige.

Während die Miete nahezu bei null liegt, sollen soll die Familie von der Region und vom Staat von 2013 bis 2015 Beiträge von insgesamt 15.840 Euro erhalten haben. Außerdem soll die Familie im selben Zeitraum weitere Beihilfen, wie etwa das Wohngeld oder Hilfestellungen für die minderjährigen Kinder in Höhe von 19.701 Euro bekommen haben. Die Daten stammen aus Antwort von Soziallandesrätin Martha Stocker auf eine Anfrage von Alessandro Urzì von Alto Adige nel Cuore.

Urzì hatte gleich nach der dramatischen Attacke auf den Pfarrer eine Landtagsanfrage eingereicht. Seiner Meinung sollten Personen, die sich nicht an das Gesetz halten, keinerlei Art von Sozialbeiträgen erhalten. Dazu hatte er auch eigens einen Beschlussantrag eingereicht, der im Landtag allerdings keine Mehrheit fand.

Von: ©mk

Bezirk: Überetsch/Unterland