Wie das Land die Edison loswerden will

Die Heimholung des Stroms geht weiter

Dienstag, 01. September 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Im vergangenen November wurde die Enel mit 400 Millionen Euro aus den zehn Kraftwerken der SE Hydropower raus gekauft. Nun folgt der nächste Streich, um den Strom heimzuholen. Landeshauptmann Arno Kompatscher will den zweiten und letzten auswärtigen Energieriesen, die Edison, aus der Hydros GmbH und der SELEDISON AG über ein Dreiecksgeschäft loswerden, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Landeshauptmann Kompatscher bestätigt, „dass es eine Rahmenvereinbarung zwischen SEL, Edison und dem Mailänder Energieunternehmen A2A gibt – eine Dreieckskooperation“.

Seit 2008 betreibt die Hydros GmbH sieben Wasserkraftwerke, die in ehemals im Besitz des italienischen Stromkonzerns Edison waren – jene von Barbian-Waidbruck, Marling, Laas-Martell, Bruneck, Wiesen-Pfitsch, Prembach und Graun. Alle zusammen produzieren in etwa 1.000 Gigawattstunden Strom. Derzeit ist die Edison an diesem Werken mit 40 Prozent beteiligt.

Bei den beiden Werken der SELEDISON AG in Wasserkraftwerke in Glurns und Kastelbell, die rund 633 Millionen Kilowatt an Strom produzieren, hält die Edison 42 Prozent.

Doch wie soll nun das Dreiecksgeschäft ablaufen? Die SEL hält seit Jänner 2012 am Energieriesen Edipower sieben Prozent, Haupteigentümer ist das Mailänder Energieunternehmen A2A. Kompatscher will nun die Minderheitenbeteiligung am Mailänder Unternehmen abgeben. Die SEL erhält im Gegenzug von der A2A zehn Kraftwerke, die allerdings im Friaul liegen. An diesen ist wiederum die Edison interessiert.

Das Dreiecksgeschäft schaut demnach so aus, dass die SEL die E-Werke im Friaul der Edison überlässt und diese im Gegenzug ihre Beteiligungen an Hydros und SELEDISON der SEL AG aufgibt. Die Differenz im Tausch wird beglichen. Eine Bewertung werde derzeit gemäß Marktsituation gemacht, erklärt Kompatscher laut Dolomiten-Bericht.

In ein paar Monaten könnte der Deal bereits abgeschlossen sein.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen