Tigermücke vermehrt sich rasant bei tropischen Temperaturen

Die Sonne brennt, die Mücken schwirren

Samstag, 25. Juni 2016 | 12:00 Uhr

Bozen – Das bisher schlechte Wetter hatte auch seine guten Seiten. Die Tigermücken konnten sich kaum vermehren. Mit den heißen Temperaturen, die derzeit herrschen, wird das nun anders. Die Plagegeister finden wieder paradiesische Zustände vor. Ihre Stiche sind nicht nur äußerst schmerzhaft, sondern die Tigermücken sind auch Überträger von Krankheiten. Wird einer Invasion der Insekten nicht Einhalt geboten, werden tropische Krankheiten in Südtirol vermutlich nur mehr eine Frage der Zeit sein, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Um sich zu schützen und auch um einen Überblick zu behalten, werden eigene Fallen aufgestellt, die vom Biologischen Landeslabor in Leifers überwacht werden.

Im vergangenen heißen Sommer wurde etwa ein neuer Rekord erzielt, was die Tigermücke anbelangt. Die durchschnittliche festgestellte Eier-Anzahl in den aufgestellten Fallen hat sich im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Im Vergleich zu den ersten Erhebungen von 2013 konnte sogar eine Vervierfachung festgestellt werden.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) braucht für ihre Vermehrung Wasseransammlungen und auch hochsommerliche Temperaturen, weshalb gerade an heißen Tagen verstärkt Vorkehrungen getroffen werden müssen – von Gemeinden und vom einzelnen Bürger. Grundsätzlich gilt es, Wasseransammlungen – egal welcher Art – im Freien zu vermeiden.

Die Stiche der Tigermücken verursachen Hautreaktionen, wie etwa Schwellungen sowie juckende und auch schmerzhafte Hautirritationen. Gleichzeitig zählt die Mücke in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Südostasien zu den wichtigsten Krankheitsüberträgern.

Infektionskrankheiten, die von der Tigermücke übertragen werden können, sind das Dengue- oder Chikungunya-Fieber, aber auch das Zika-Virus. Vereinzelte Erkrankungsfälle hat es bereits gegeben, allerdings handelte es sich vor allem um importierte Fälle, heißt es aus dem Biologischen Landeslabor. Betroffene haben sich also nicht in Südtirol, sondern meist im Urlaub in den Tropen infiziert.

Werden allerdings Infizierte hierzulande wieder von der Tigermücke gestochen, kann die Krankheit auf andere übertragen werden. „Je mehr Tigermücken es gibt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich tropische Krankheiten auch bei uns ausbreiten“, erklärt Alberta Stenico vom Biologischen Landeslabor gegenüber den „Dolomiten.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen