Neubau ab nächster Woche

Edelrauthütte schließt nach 107 Jahren im Herbst

Freitag, 26. Juni 2015 | 16:08 Uhr

Mühlwald – In dieser Sommersaison öffnet die Edelrauthütte über dem Neves-Stausee in Mühlwald zum letzten Mal ihre über hundert Jahre alten Türen. In der kommenden Woche beginnen die Arbeiten für den Neubau. Aus diesem Grund ist die Zahl der Übernachtungsmöglichkeiten begrenzt.

Die Edelrauthütte liegt auf 2545 Metern Meereshöhe am Eisbruggjoch, einem Übergang zwischen dem Pfunderer und dem Lappacher Tal am Alpenhauptkamm. Die 1908 eröffnete Hütte ist Ausgangspunkt für Hochtouren in die Dreitausenderregion der Zillertaler Alpen. Sie befindet sich in einem allgemein schlechten Bauzustand; sowohl die Statik wie auch die Anlagen und die Ausführungen machten es notwendig, das Gebäude abzubrechen und neu zu errichten. Neben der historischen Hütte werden in wenigen Tagen die Arbeiten für den Neubau aufgenommen, erklärt Andrea Sega, geschäftsführender Direktor der Abteilung Hochbau und technischer Dienst. Bis zum 5. Oktober bleibt daneben der Altbau geöffnet, allerdings mit einer geringeren Zahl an Schlafplätzen für Bergsteiger, da dort auch die Arbeiter übernachten.

Das Projekt des Brixner Architekturbüros MoDus Architects wurde vor drei Jahren unter acht Bewerbern als Sieger bestimmt. Es sieht einen L-förmigen Holzbau vor, der sich gut in die Landschaft einfügt. Die neue Schutzhütte weist gegen die Windseiten hin eine geschlossene Fassade auf und öffnet sich gegen Westen. Sie bietet damit Platz für eine windgeschützte Terrasse, die eine Aussicht in die Umgebung ermöglicht. Das Winterlager erhält einen zusätzlichen wettergeschützten Zugang von außen. Die Bauweise ist kompakt. Die neue Hütte hat vier Geschosse, im Eingangsbereich befinden sich Stube bzw. Speisesaal, Küche und Sanitäranlagen. Die Schlaflager der Gäste und das Winterlager liegen in den oberen Geschossen.

Die Schlafräume bestehen aus insgesamt 60 Betten: zwei Zweier-, vier Vierer-, vier Sechser- und zwei Achterkojen. Im Kellergeschoss befinden sich die gesamte Technik und Lagerräume. Die Gesamtnutzfläche des Schutzhauses beträgt 622 Quadratmeter, die Gesamtkubatur 2210 Kubikmeter.

Von: ©lpa

Bezirk: Pustertal