Krise zwischen der Vinzenzgemeinschaft und der Stadt

Ein geeigneter Platz für den Vinzibus

Freitag, 18. September 2015 | 17:34 Uhr

Bozen – An jedem Abend des Jahres versorgen die Freiwilligen des Vinzibus-Teams der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft im Bozner Bahnhofspark bedürftige Menschen mit Broten, Getränken und einer warmen Suppe; zur kälteren Jahreszeit werden meist auch Decken für die Nacht verteilt.

Mehr als 100 Obdachlose und Hilfsbedürftige nehmen oft an einem Abend dieses Hilfsangebot an; sie schätzen aber besonders die Möglichkeit, mit den Helferinnen und Helfern – darunter viele Jugendliche – in Kontakt zu kommen und Gespräche zu führen.

Seit mehreren Monaten zeichnet sich ab, dass die Stadtgemeinde Bozen den Bahnhofspark nicht mehr als Standort für den Vinzibus zur Verfügung stellen will. Auf der letzten Sitzung des Zentralrates der Vinzenzgemeinschaft informierte Koordinator Paul Tschigg das Leitungsgremium über dieses Vorhaben und die schwierige Suche nach einem alternativen Standort. Der Zentralrat betonte dabei deutlich, dass es nicht darum gehen dürfe, als „störend“ empfundene Menschen von der öffentlichen Bildfläche zu verdrängen und den Vinzibus-Dienst auf einem Alibi-Standort anzusiedeln. Vielmehr müsse es weiterhin möglich sein, Obdachlosen und Bedürftigen dort Hilfe anzubieten, wo sie sich gewöhnlich aufhalten – und das ist eben der Bahnhof und seine nähere Umgebung.

„Wir hoffen sehr, dass wir diese Hilfe weiterhin an einem geeigneten Standort anbieten können, denn sonst verliert die Stadt viel Solidarität und Menschlichkeit“, fasst Zentralratspräsident Siegfried Holzer die Diskussion zusammen. 

Von: ©mk

Bezirk: Bozen