Vier Bandenmitglieder gefasst

Einbrecherbande arbeitet grenzüberschreitend

Freitag, 11. September 2015 | 12:20 Uhr

Bozen/Innsbruck – Die Carabinieri und die Polizei in Innsbruck haben eine Bande von Einbrechern ausgeforscht, die im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitend tätig waren. Während drei Männer im Alter zwischen 25 und 34 Jahren in der Europa-Allee, in der Schlachthof- und in der Cavourstraße in Bozen lebten, schlugen sie gezielt auf österreichischem Territorium zu.

Einer der Männer hatte seine Wohnung in Gussago in der Provinz Brescia. Die Täter, die aus Albanien und Mazedonien stammen sollen, haben sich vorwiegend auf Gasthöfe, Restaurants und Pubs spezialisiert. Die Ermittler vermuten, dass die Bande zwischendurch auch einen Abstecher in die Schweiz und in den Vinschgau gemacht hat.

Bei ihren Beutezügen brachen die Eindringlinge in erster Linie Tresore auf und entwendeten Geld und Schmuck. Aber auch teure Fahrradräder und Sportausrüstungen sowie Videokameras und Fotoapparate wurden nicht verschmäht.

Bevor die Bande einen Einbruch durchführte, stahl einer der Mitglieder ein Auto, wobei die Täter keine Vorliebe für eine bestimmte Marke zeigten. Das Auto wurde nach der eigentlichen Tat irgendwo abgestellt und zurückgelassen. Falls es sich um ein wertvolles Modell handelte, wurde es im Ausland verkauft.

Die Männer soll bereits seit dem Jahr 2012 aktiv sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass mindestens 75 Einbrüche auf ihr Konto gehen. Insgesamt sollen die Täter für einen Schaden im Wert von 250.000 Euro verantwortlich sein.

Seit heuer haben sich die Carabinieri von Bozen und Schlanders in die Ermittlungen eingeschaltet. Die Untersuchung wurde von Staatsanwalt Axel Bisignano koordiniert, nachdem sich mehrere Einbrüche im oberen Vinschgau sowie in der Schweiz und in Österreich ereignet hatten. Auf österreichischer Seite führte das Landeskriminalamt von Tirol die Ermittlungen durch.

Durch die Zusammenarbeit zwischen den österreichischen Behörden und den Carabinieri war es möglich, die Bande dingfest zu machen.

Doch wie ist es genau zur Festnahme gekommen? Im vergangenen März haben sich Bürger und Hotelinhaber in Nauders in Tirol über eine Einbruchsserie beschwert, bei der Summen von rund 10.000 Euro sowie ein Geländefahrzeug gestohlen worden waren.

Im gleichen Monat ist es auch in Schlanders zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Dies gab den Anstoß zur Zusammenarbeit mit den Behörden in Nordtirol. In Südtirol wurde bei einem Autokonzessionär ein Range Rover Evoque entwendet, der auf dem Parkplatz davor abgestellt war. Auch in der Gegen von Salzburg war es zu ähnlichen Einbrüchen gekommen.

Im April wurde in Nauders eine weitere Serie von Wohnungseinbrüchen registriert. Diesmal wurde ein Wagen des Typs Audi A4 entwendet.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter das Auto deshalb gestohlen hatten, weil sie ein „sauberes“ Fahrzeug, das keinen Verdacht auslöst, für ihre Fahrt durch den Vinschgau benötigten.

Innerhalb von wenigen Tagen kam es darauf zu einer Einbruchsserie in Tirol in der Gemeinde Ischgl. Diesmal wurde zusätzlich ein Volkswagen Kaddy entwendet. Nach einem Unfall in Bozen wurde das Fahrzeug am Straßenrand zurückgelassen. Auf Anfrage des Tiroler Landeskriminalamts in Innsbruck haben die Carabinieri das Auto nach Spuren durchsucht.

In der Nähe des zurückgelassenen Autos wurden im Wald auch zwei Tresore mit einem Gewicht von jeweils rund 300 Kilogramm gefunden. Wie sich herausstellte, waren die Tresore in der vergangenen Nacht in Galtür in zwei Gaststätten gestohlen worden. Entdeckt wurden auch ein Beil und weiteres Einbruchswerkzeug.

Aufgrund von eingehenden Ermittlungen und mithilfe von technischen Apparaten konnte die Identität der Bandenmitglieder ausgeforscht werden. Anschließend stellte die Staatsanwaltschaft in Innsbruck im August einen europäischen Haftbefehl aus.

In den vergangenen Tagen konnten die Verdächtigen festgenommen werden, die von der blitzartigen Operation der Carabinieri sichtlich überrascht wurden. Bei den Betroffenen handelt es sich um den 25-jährigen Albaner Eni Halilaj, der in Gussago lebt sowie um seine beiden Landesmänner Halim Cuoi (34 Jahre) und Aleks Marku (31), die beide in Bozen wohnen. Der vierte Mann ist der 28-jährige Mazedonier Almir Miftari, der ebenfalls in Bozen lebt und als Tapezierer arbeitete.

Die mutmaßlichen Täter wurden ins Gefängnis gebracht.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen