"Schlössl Mühle" seit 200 Jahren von der Familie Silbernagl geführt

Einzige Mühle Bozens feiert rundes Jubiläum

Dienstag, 29. September 2015 | 18:48 Uhr

Bozen – Die „Schlössl-Mühle“ in Bozen kann auf über 400 Jahre Tradition zurückblicken.

Die kleine Mühle in der St.-Anton-Straße befindet sich seit 1815 im Besitz der Familie Silbernagl, die als letzte in Bozen die Tradition des Mahlens beibehalten hat.

Dieses rund Jubiläum wird beim "Tag der offenen Tür" am Samstag, den 3. Oktober 2015 von 10.00 bis 15.00 Uhr gefeiert.

Kulinarisches von "Condito" mit Luis Agostini, Basteln mit Körnern und Samen für die Kleinen, Einblick in die alte Mühle und eine Einführung in die verschiedenen Mehlsorten durch Paul und Klaus Silbernagl stehen auf dem Programm. Parkmöglichkeiten sind vorhanden.

Die "Schlössl Mühle" ist die einzige noch verbliebene Mühle in Bozen und wird heute von den beiden Söhnen Klaus und Paul des Alt-Müllers Josef Silbernagl in sechster Generation geführt.

Erstmals taucht die so genannte Kofel- oder Schlösslmühle 1599 in den Dokumenten auf. Sie war damals die oberste der insgesamt 17 am Mühlbach gelegenen Mühlen in Bozen.

Durch drei große Wasserräder angetrieben, wurden das Getreide und der Mais der umliegenden Höfe in Lohnarbeit gemahlen. „Die Bauern verkauften am Kornplatz ihr Getreide an die Bäcker und diese ließen es dann in der Mühle mahlen“, erklärt Josef Silbernagl, Seniorchef der Mühle.

„Bis 1947 konnte der Betrieb so aufrecht erhalten werden, dann ging der Anbau von Getreide zugunsten des Obst- und Weinbaus dermaßen zurück, dass wir unsere Mühle umstellen und das Getreide auf dem freien Markt kaufen mussten“, so Josef Silbernagl, der seit 1951 im Familienbetrieb mitgeholfen und 1968 die Mühle und das dazugehörige Detailgeschäft von seinem Vater übernommen hat. Besonders Malz, das an die Bäckereien geliefert wurde, sicherte das Einkommen.

Ein großer Einschnitt kam mit der Errichtung des Wasserwerkes der Enel 1951. Der Wasserpegel ging ständig zurück, sodass anfangs nur noch zeitweise mit Wasserkraft gearbeitet werden konnte und 1961 der Betrieb auf Elektromotoren umgestellt werden musste. Gleichzeitig ging auch der Bedarf an Malz zurück. „Wir haben dann auf Futtermittel umgestellt, das lief recht gut, hier waren wir Vorreiter“,  erklärt Josef Silbernagl.

Futtermittel waren seitdem ein fester Bestandteil der Verkaufspalette, zu der seit 1990 dann auch verschiedene Mehle, besonders Vollkornmehle, Dinkel, Buchweizen und Gerste hinzu gekommen sind. Das Sortiment wurde stets ausgeweitet und verfeinert und bietet heute eine umfangreiche Palette von speziellen Getreidesorten, Futtermitteln und verschiedenen hochwertigen Lebensmitteln. Besonderen Wert legt die Familie auf Bio-Produkte und regionale Getreidesorten.

www.schloesslmuehle.com

Von: ©lu

Bezirk: Bozen