Gründer der Zentren "Oasis d’Amour" (Oase der Liebe), Gregoire Ahongbonon, zu Besuch

Entwicklungszusammenarbeit: Besuch aus Togo

Freitag, 24. Juni 2016 | 17:51 Uhr

Bozen – Gregoire Ahongbonon aus Togo und die Missionarsgruppe Meran statteten am Donnertag, den 23. Juni, dem Amt für Kabinettsangelegenheiten einen Besuch ab.

Im Amt für Kabinettsangelegenheiten (Bereich Entwicklungszusammenarbeit) der Abteilung Präsidium und Außenbeziehungen des Landes war gestern der Gründer der Zentren "Oasis d’Amour" (Oase der Liebe), Gregoire Ahongbonon, zu Besuch. Oasis d’Amour gibt es inzwischen in verschiedenen Ländern Westafrikas. Diese Zentren nehmen sich der Menschen an, die an Geisteskrankheiten leiden.

Gregoire Ahongbonon hält sich zurzeit in Südtirol auf und ist Gast der Missionarsgruppe Meran "Ein Brunnen zum Leben". Die Gruppe beteiligt sich am Bau eines neuen Zentrums im Dorf Zooti in Togo und erhält dafür einen Beitrag des Landes für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Zusammen mit Herrn Ahongbonon nahmen für die Missionarsgruppe Meran auch Roberto Vivarelli und der Gründer der Gruppe, Alpidio Balbo, am Treffen in Bozen teil. Auf dem Programm stand eine Aussprache mit Amtsdirektorin Elisabeth Spergser und Chiara Rabini.

Gregoire Ahongbonon, der ursprünglich aus Benin stammt, ist vor allem für seinen Einsatz bekannt, Menschen mit einer Geisteskrankheit von den Ketten zu befreien, an die sie in einigen Ländern auch heute noch manchmal gefesselt sind. Die Pflege dieser Patienten stellt in Westafrika eine echte Notlage dar: Es hält sich hartnäckig die Meinung, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung Opfer von Hexereien sind. Sie werden daher oft sich selbst überlassen und müssen auf der Straße leben oder werden in selbsternannten Gebetseinrichtungen ohne medizinische Versorgung an Bäumen angekettet. Solche Einrichtungen besucht Herr Ahongbonon, um die Patienten mit dem Einverständnis der Familien in die Oasis d’Amour zu bringen. Diese Zentren existieren heute bereits in Benin, der Elfenbeinküste, Burkina Faso und Togo. Es hat sich gezeigt, dass die dort gebotene Verpflegung in vielen Fällen eine Wiedereingliederung der Patienten in die Gesellschaft ermöglicht.

"Ich habe gemerkt, dass diese Menschen wie jeder von uns Liebe brauchen", sagte Gregoire Ahongbonon bei seinem gestrigen Besuch, "man muss ihnen zeigen, dass man ihnen vertraut. Und man muss den Mut aufbringen, ihnen Verantwortung zu übertragen."

Die Abteilungsdirektorin Elisabeth Spergser hat beim Treffen betont, wie wichtig es ist, in Afrika Entwicklungsprojekte zu unterstützen, die sich um Menschen mit Geisteskrankheiten kümmern, da diese Personen angesichts der vielen dringenden Probleme in anderen Bereichen häufig übersehen werden.

Das neue Zentrum, das derzeit in Togo mit Unterstützung des Landes errichtet wird, umfasst eine Ambulanz, Verwaltungsräume, eine Küche und einen Speisesaal. Es bietet Platz für zirka 200 Patienten und sozial benachteiligte Menschen, darunter auch Frauen und Kinder. 

Von: ©lpa