Freiheitliche beschweren sich über Namensübersetzung

Erfundener Begriff “Monzoccolo” verwendet

Mittwoch, 22. April 2015 | 07:05 Uhr

Mölten – Die freiheitlichen Gemeinderäte von Mölten protestieren gegen die Benennung des Tschögglberges als „Monzoccolo“. Der Grund: Weder scheine der Begriff „Monzoccolo“ im Prontuario auf, noch sei er jemals von der örtlichen Bevölkerung verwendet worden. Für die Freiheitlichen steht damit fest, dass der Name eine reine Erfindung von gewissen „übereifrigen Landesämtern“ und der Politik sei, die „diese kulturpolitische Namensschändung“ zulasse.

Das Landesamt für Natur, Landschaft und Raumentwicklung hat im vergangenen Jahr im Landschaftsschutzgebiet am Tschögglberg, Tafeln aufgestellt mit der Bezeichnung „Landschaftsschutzgebiet – Zona di tutela paesaggistica, Tschögglberg Monzoccolo“.

Nachdem die Freiheitlichen schriftlich Beschwerde eingereicht hatten, reagierte das Landesamt für Natur, Landschaft und Raumentwicklung mit dem Verweis, das unter anderem auch Tirolatlas sowie etliche Tourismusvereine und die Gemeinden Vöran und Jenesien den Begriff „Monzoccolo“ gebrauchen würden und somit im allgemeinen Sprachgebrauch im Land verwendet werde.
 
Über den Landtagsabgeordneten Sigmar Stocker haben die Freiheitlichen beim zuständigen Landesrat eine Landtagsanfrage einreichen lassen, wo sie wissen wollten, ob der Bergriff „Monzoccolo“ überhaupt von öffentlichen Ämtern verwendet werden darf, so wie es zurzeit mit den Tafeln im Landschaftsschutzgebiet der Fall ist.
 
Landesrat Mussner erklärte in seiner Antwort, es werde vermutet, dass es sich um einen italienischen „Auffüllnamen“ handle ohne letztlich ausmachbaren Urheber, zumal auch die deutsche Bezeichnung „Tschögglberg“ letztlich nie offiziellen Charakter erlangt habe (kein Gemeinde oder Katastralgemeindenamen), sondern wohl einen jüngeren Gegendnamen darstellt und daher vor dem 19. Jahrhundert nicht belegt ist. Gleichzeitig betonte Mussner in seiner Antwort, dass vornehmlich dem Südtiroler Landtag zustehe, die nötigen Maßnahmen für eine gesetzliche Regelung der Ortsnamen zu ergreifen.

Für die Freiheitlichen Gemeinderäte steht damit fest: Der Name muss auf den Tafeln weg. Das Amt für Natur, Landschaft und Raumentwicklung soll ihrer Meinung nach den Begriff „Monzoccolo“ auf den Tafeln entfernen oder streichen.

Weiters wird ein offener Brief an den Landeshauptmann und an den Landesrat für Kultur verschickt, wo diese Namensfälschung aufzeigt wird.

Von: ©mk

Bezirk: Salten/Schlern