158 Millionen von der EU - 62,5 Millionen Euro vom Land

EU-Landwirtschaftsfond: Hat Südtirol einen Plan?

Samstag, 27. Juni 2015 | 09:30 Uhr

Bozen – Die beiden Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Roland Tinkhauser und Walter Blaas informierten sich über den Plan des EU-Landwirtschaftsfonds für Südtirol. Das Land erhält 158 Millionen Euro aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Laut Medienberichten sollten die 24 EU-weiten Programme mehr als 40.000 Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten und etwa 700.000 Ausbildungsplätze zur Förderung von Innovationen, Wissenstransfer und der Nachhaltigkeitsoptimierung geschaffen werden. Die Freiheitlichen Landtagsabgeordneten wollten diese Angaben vom zuständigen Landesrat verifiziert wissen.
 
„Die Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond stehen bei der Förderung nicht alleine da“, unterstreichen Blaas und Tinkhauser einleitend. „Das Land Südtirol beteiligt sich am Programm mit 62,5 Millionen Euro und die Gemeinden müssen sich bei der Umsetzung der einzelnen Vorhaben mit einem gewissen Prozentsatz an der Finanzierung dieser Vorhaben beteiligen. Die EU-Fördermittel sind somit an die Beteiligung von Landes- und Gemeindemittel gekoppelt“, erklärten die Freiheitlichen Landtagsabgeordneten.
 
„Wie viele von den 40.000 neuen Arbeitsplätzen in der EU auf Südtirol entfallen, konnte der zuständige Landesrat nicht beantworten. Die Vergangenheit hat schon gezeigt, dass große lancierte Erwartungen enttäuscht werden. Es verwundert, wie konkrete Zahlen im EU-Kontext genannt werden, wenn sie vor Ort in Südtirol nicht bestätigt oder konkretisiert werden können“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas. „Laut Ankündigungen sollen im touristischen Bereich und beim Breitbandausbau neue Arbeitsplätze entstehen, aber aus den bisher vorgelegen Informationen lassen sich diese nicht erkennen.“
 
„Das Programm richte sich sowohl an öffentliche Körperschaften als auch an private Antragssteller“, entnimmt Tinkhauser aus dem ihm vorliegenden Informationen. „Das Hauptaugenmerk richte sich in der Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen und der Lebensfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe. Nur eine gut durchdachte und koordinierte Strategie kann einen fruchtbringenden Niederschlag für Südtirols Wirtschaft bringen“, erläutert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.
 
„Das Programm, das im Zeitraum der Jahre 2014 bis 2020 läuft, ist nur zielführend, wenn die Geldmittel nicht in der Bürokratie hängen bleiben und die Projekte tatsächlich für eine längerfristige Wirtschaftsentwicklung ausgelegt sind“, halten die beiden Landtagsabgeordneten fest. „Südtirols ländlichen Gebieten, in besonderem Sinn denen, die von der Abwanderung betroffen sind, sollte mit dem Plan eine neue Perspektive für deren Entwicklung geöffnet werden“, so Tinkhauser und Blaas abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen