Kritik vom SHB

Europaregion Tirol-Fest: “Alibi-Fest für die Politik”

Sonntag, 20. September 2015 | 15:12 Uhr

Bozen – Enttäuscht und bestätigt zeigt sich der Südtiroler Heimatbund über das Fest der Europaregion in Hall in Nordtirol. „Wer beim  Fest „Iatz – Unabhängigkeitstag" im Mai 2013 dabei war“, so Obmann Roland Lang, „sieht sich nach dem Fest der sogenannten Europaregion bestätigt. In Hall fand nur ein Alibi- Fest für die Politik und zur Niederhaltung des Freiheitswillens statt.“

„Bereits die Einladung mit dem Gebrauch der von Tolomei für Südtirol erfundenen Bezeichnung „Alto Adige“, die der Totengräber Südtirols aus der napoleonischen Zeit wieder ausgegraben hatte, zeigt das mangelnde Tirol-Bewusstsein der Organisatoren. Einsam und verlassen wehten auf dem Festplatz beim Informationsstand und im Hintergrund der Bühne die drei Tiroler Landesfahnen. Kein Tischmuck oder Ähnliches wies auf Tirol hin. Keine Häuserbeflaggung in den Tiroler Landesfarben verwies irgendwie auf die Besonderheit des Festes“, so Lang.

„Die salbungsvollen Aussagen der drei Landeshauptleuten, die mit ihrem Lob auf die Europaregion dem Wunsch und der berechtigten Forderung nach echter Landeseinheit eine Absage erteilen wollten, steht die politische Wirklichkeit gegenüber. Die großzügige finanzielle Förderung des Bozner Flughafens, anstatt jenen von Innsbruck mitzutragen. Die Treibstoffverbilligungen an den Grenzen, um Tankfahrten nach Nordtirol zu verhindern und die praktische Verhinderung von Gastspielen des Tiroler Landestheaters beweisen, wie wenig von diesen Sonntagsreden auch praktiziert wird. Unweigerlich ist damit das Zerschneiden der Verbindungsstränge mit dem Bundesland Tirol verbunden“, erklärt Lang.

„Das Bemühen, sich an der ursprünglich geplanten Bewerbung Venedigs zur europäischen Kulturhauptstadt zu beteiligen. Und sich auch noch mit dem aus der faschistischen Mottenkiste entlehnten Bezeichnung „Triveneto“ zu bewerben. Südtirol also ein Land, das dem Veneto zugehört. Von wegen Region Tirol! Die Faschisten hätten da sicher gejubelt. Jüngstes Beispiel die Entscheidung, bei der Weltausstellung in Mailand als Südtirol allein aufzutreten. Im Jahre 2000 in Hannover war Tirol noch als Europaregion präsent“, heißt es weiter.

Der Südtiroler Heimatbund sieht in der sogenannten „Europaregion Tirol“ in keiner Weise einen Ersatz für das Selbstbestimmungsrecht. „Eine EVTZ kann niemals unsere Forderung nach Freiheit ersetzen. Den Wortspielen der weltbeste Autonomie, dynamische Autonomie, Vollautonomie und Europaregion wird der SHB immer nur die einfachste und demokratische Lösung gegenüberstellen: Lassen wir das Volk selbst über seine Zukunft entscheiden“, schließt Lang.

Von: ©lu