Freiberufler wurde von rätselhafter Krankheit überrumpelt

Familie in Not: Trotz Solidarität bleibt Lage ernst

Donnerstag, 23. April 2015 | 01:36 Uhr

Schenna – Die Situation von Alvin Perkmann und seiner sechsköpfigen Familie ist nach wie vor dramatisch. Wie berichtet, wurde der Mann von einer schweren rätselhaften Krankheit überrumpelt und kann seitdem nicht mehr seiner selbstständigen Tätigkeit nachgehen. Obwohl es nach einem Spendenaufruf in den Medien zu einer ungeahnten Welle an Solidarität gekommen ist, soll das Reihenhaus nach wie vor wegen der Schulden gegenüber der Banca Sella gepfändet werden.

Auch das WOBI kann nicht helfen, da der Wert des Reihenhauses die angehäuften Schulden nicht deckt. Eine Sozialwohnung wird der Familie in der Wohngemeinde Schenna zugewiesen, doch dort sind in den nächsten drei Jahren keine Sozialwohnungen frei. Eine offizielle Bestätigung, dass es vielleicht doch möglich ist, in einer anderen Gemeinde eine Sozialwohnung zu bekommen, hat die Familie nicht erhalten. Wie es der Familie nach dem Medienaufruf ergangen ist, verrät Alvin Perkmann im Interview mit Südtirol News.
 
Wie war das Echo auf den Medienaufruf?

Der Medienaufruf hat viel in Bewegung gesetzt. Viele Südtiroler/innen haben sich solidarisch gezeigt. Man hat uns Briefe und E-Mails geschrieben, wo Hilfe unterschiedlichster Art angeboten worden ist. Es wurde auch viel gespendet. Sogar die Südtiroler Sparkasse hat sich ein Herz genommen, und hat uns einen alten Firmenkredit erlassen. Wir sind für die ganzen Hilfen und Spenden sehr dankbar. Leider hat sich an der Problematik des zukünftigen Wohnens noch nicht wirklich etwas gelöst. Die Versteigerung des Hauses steht trotzdem immer noch am 06. Oktober 2015, da wir die Banca Sella und andere Gläubiger nicht bezahlen können. Auch haben wir noch keine offizielle Stellungnahme, ob das Problem mit der Sozialwohnung gelöst werden kann.

Was sicher viele Südtiroler interessiert, ist die Höhe der bereits eingegangenen Spenden auf das Spendenkonto.

Wie bereits erwähnt, wurde bis jetzt großzügig gespendet. Wir sind allen Privaten, Firmen und Institutionen sehr sehr dankbar für die große Solidarität. Wir haben jetzt die Möglichkeit, im Ausland einen spezialisierten Universitätsprofessor zu Rate zu ziehen, um meiner Krankheit vielleicht besser auf den Grund zu gehen und mehr darüber zu erfahren.

Können Sie sich vorstellen, dass die Gelder auf absehbare Zeit ausreichen werden, um eine Pfändung des Hauses zu verhindern?

Ich möchte betonen, dass meine Familie und ich nie mit einer so großen Solidarität gerechnet werden haben. Wir waren und sind sehr positiv überrascht. Falls die Solidarität und Spendenbereitschaft weiterhin so groß ist, wäre es durchaus möglich, dass wir vielleicht doch in unserem Heim bleiben dürfen. Wir haben uns das nie zu träumen gewagt.

Ist ihr gesundheitlicher Zustand unverändert?

Mein gesundheitlicher Zustand ist weiterhin unverändert. Die Anzahl der Anfälle liegt immer noch um die 30 und mehr Anfälle pro Tag. Auch das Krampfen, Zittern und die Starre haben nicht nachgelassen. Ich lege große Hoffnung in die zukünftigen Visiten bei den Spezialisten.

Gibt es sonstige Änderungen der Situation oder Aussichten auf eine Besserung?

Es gibt keine sonstige Änderungen der Situation, außer dass die Bevölkerung uns jetzt kennt, und die Leute unterschiedlich damit umgehen und auf zukommen, oder nicht. Hoffnung auf Besserung der Situation gibt es wieder. Danke, danke, danke!

Spendenkonto Fam. Perkmann

Raiffeisenkasse Schenna
Kontonummer: 000300243116
IBAN: IT26C 08234 58880 000300243116
SWIFT-BIC: RZSBIT21033

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt