"SVP ohne Konzept"

FH: Mittelstand in Gefahr

Freitag, 11. September 2015 | 16:56 Uhr

Bozen – Laut einer Studie des Centro Einaudi und der Mailänder Großbank Intesa Sanpaolo geht hervor, dass der Anteil dem Mittelstand angehörenden Familien in Italien gesunken ist. Vor dem Beginn der Krise gehörten noch 57,1 Prozent der Familien dem Mittelstand an, während der aktuelle Wert auf 38,5 Prozent gesunken ist. Etwa drei Millionen Familien sind in den Krisenjahren aus dem Mittelstand ausgeschieden. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas wollte von der Landesregierung wissen, wie sich die Zahlen auf Südtirol übertragen und welche Konzepte die Regierung zum Schutz des Mittelstandes vorlegt.
 
„Wie die Nachfrage ergeben hat, liegen der Landesregierung für den Zeitraum der Krise zwischen den Jahren 2008 bis 2014 nicht alle Informationen zur Entwicklung des Mittelstandes in Südtirol vor“, stellt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete einleitend fest. „Derzeit werden aber die Daten ausgewertet, sodass sie für den Spätherbst zur Verfügung stehen sollen“, entnimmt Blaas aus der Antwort der zuständigen Landesrätin. Blaas geht von einem ähnlichen Bild wie im gesamten Staatsgebiet aus. Die Krise hat an der Substanz des Mittelstandes ihre Spuren hinterlassen während die Politik keine langfristigen Lösungen zur Stabilisierung der Lage bieten konnte.
 
„Die SVP steht ohne Konzept da“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete. „Erst wenn die Daten vorliegen sollen sie einer fundierten Analyse unterzogen werden. Reichlich spät, sieben Jahre nach dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise“, bemängelt Walter Blaas und verweist auf die ihm vorliegende Studie. Lediglich 38,5 Prozent der italienischen Familien gehören noch dem Mittelstand an. Das sei auch ein Indiz für das Scheitern der römischen Politik vor dem Hintergrund der Krisenbewältigung. „Südtirol ist unweigerlich an die römische Politik gekettet und kann nur abwarten was geschieht. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass die SVP kein eigenes Konzept zum Schutz des Mittelstandes in unserem Land hat“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete.
 
„Der Mittelstand ist seit jeher ein Garant für wirtschaftliche Stabilität und Entwicklung. Gerät er aus den Fugen, so ist der soziale Frieden bedroht. Aufgrund der verfehlten Politik, der steigenden Belastung durch Steuern und einem wuchernden Bürokratismus verwässern sich die Aussichten auf eine Besserung der Lage. Der Ausbau der Autonomie hin zu einer echten Steuerhoheit ließe neue Instrumente zur Krisenbewältigung in Südtirol zu. Eine eigene Steuerpolitik, ausgerichtet auf die Bedürfnisse unseres Landes und der wirtschaftlichen Bedingungen, könnte gezielter und effektiver agieren“, schlägt Walter Blaas abschließend vor.  

Von: ©mk

Bezirk: Bozen