Er wanderte aus - Geld fehlt nach wie vor

Finanzgericht fordert von Dieb Steuern

Donnerstag, 09. April 2015 | 08:42 Uhr

Bozen – Strafrechtlich kann Antonio Perrone nicht mehr wegen Steuerhinterziehung belangt werden, weil das entsprechende Gesetz nicht rückwirkend angewandt werden kann. Allerdings fordert nun das italienische Finanzgericht die Summe.

Sein Name war im Jahr 2004 zum ersten Mal in den Medien aufgetaucht, nachdem er 1.247.200 Euro bei einem Bozner Wachinstitut gestohlen hatte, bei dem er arbeitete. Anschließend sorgte er noch einmal für Schlagzeilen, weil er angeklagt wurde, im Jahr 2005 einen Teil des gestohlenen Geldes nicht bei der Steuererklärung angegeben zu haben. Es handelte sich um 726.647 Euro, weil er 500.000 Euro zurückgegeben hatte.

Nachdem er den Rechtsstreit auf strafrechtlicher Ebene im Berufungsverfahren für sich entscheiden konnte, fordert nun das Finanzgericht 322.847 Euro zurück, da immer von einem absetzbaren „Einkommen“ von 726.647 Euro ausgegangen wird.

Die Richter des Finanzgerichts gehen davon aus, dass auch Einkünfte aus illegalen Machenschaften in Italien versteuert werden müssen. Präzedenzfälle dieser Art soll es italienweit das erste Mal in Bozen geben haben, schreibt die Tageszeitung Alto Adige.

Weil die Gesetzeslage zunächst unklar war, annullierte das Finanzgericht die Strafe, die die Agentur der Einnahmen verhängt hatte und die das ausstehende Geld nie eintreiben konnte. Auch eine Pfändung ging ins Leere, da kein Besitz von Perrone aufscheint.

Nachdem Perrone mit Mühe eine Arbeit finden konnte, drohte ihm, dass ein Fünftel seines monatlichen Einkommens lebenslang beschlagnahmt wird. Daraufhin verließ er das Land und wanderte aus – vermutlich nach Thailand oder Indien.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen