Was es mit den sogenannten "schlauen Drogen" auf sich hat

Finger weg von “smart drugs”!

Sonntag, 19. Juli 2015 | 10:37 Uhr

Bozen – Durch den Fall der beiden angeblichen Schamanen, die auf einem Hof in Steinegg bei Zeremonien den Teilnehmern Drogen verabreicht haben, rückten die sogenannten „smart drugs“ in den Mittelpunkt. Dabei kann man nicht genug davor warnen.

Doch was versteht man unter smart drugs eigentlich? Dabei handelt es sich um natürliche oder synthetische Präparate, die Wirkstoffe und psychotrope Substanzen auf pflanzlicher Basis enthalten.

Übersetzen könnte man den Begriff mit „schlaue Drogen“. Damit ist gemeint, dass es zwar Gesetze gibt, die Verkauf und den Konsum der Substanzen, die die entsprechende Wirkung zeigen, verbieten. Allerdings sind im Fall von smart drugs die Wirkstoffe in Produkten enthalten, die vom Gesetzgeber noch nicht als Drogen erfasst worden sind.

Dass es sich häufig um „natürliche“ Mittel handelt, darf nicht über das Risiko hinwegtäuschen. Nur weil etwas aus der Natur stammt, ist es noch lange nicht harmlos. Gerade im Fall von smart drugs sind schwerwiegende Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit des Menschen möglich.

Wie der Fall in Steinegg gezeigt hat, sind smart drugs auch in Südtirol im Umlauf. Die „Schamanen“ verabreichten den Teilnehmern Ibogain – ein halluzinogener Stoff, der zwar unter anderem in den USA und in Schweden bereits verboten ist, aber noch nicht in Italien. Die Wirkung ist mit jener von LSD vergleichbar.

Auch Cannabis ist heute weit weniger harmlos als zu den Zeiten der Hippies in den 60-er Jahren. Häufig sind die Pflanzen, aus denen Haschisch und Marihuana heute gewonnen werden, genetisch modifiziert. Dadurch wird nicht nur die Menge an Wirkstoffen, sondern auch das gesundheitliche Risiko vergrößert.

Daneben sollte vielleicht auch nicht unerwähnt bleiben, dass auch klassische Drogen oft mit allen unmöglichen Substanzen verschnitten werden, bevor sie illegal zum Verkauf angeboten werden. Die Palette reicht unter anderem von Frittieröl bis hin zu Herz- oder Verhütungsmedikamenten, Zucker, Tierresten oder Glas.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen