Fischer reist Richtung Bozen

Fischer zu Abschiedsbesuch in Südtirol

Samstag, 25. Juni 2016 | 01:05 Uhr

Mit einem Besuch in Südtirol setzt Bundespräsident Heinz Fischer am Samstag die letzte Auslandsreise seiner zwölfjährigen Amtszeit fort. Fischer wird am Vormittag in Bozen mit dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher zusammenkommen. Dabei dürfte es auch um die Flüchtlingsfrage und die Brennergrenze gehen. Kompatscher hatte Fischer jüngst gedankt "für all das, was er für Südtirol getan hat".

Fischer hatte in den vergangenen Monaten mehrmals versucht, den Konflikt um die Schließung der Brennergrenze zu beruhigen. So versicherte er seinem italienischen Amtskollegen Sergio Mattarella im Mai, dass Österreich den Brenner nicht abriegeln wolle. Südtirol befürchtet, in diesem Fall zu einem Auffanglager für Migranten zu werden. Fischer hatte Mattarella am Freitagabend in Ljubljana getroffen, wo er mit hohen Staatsgästen aus ganz Europa an den Feiern zum 25. Jahrestag der Unabhängigkeit Sloweniens teilnahm. Die 193. Auslandsreise Fischers, der am 8. Juli aus dem Amt scheidet, endet am Wochenende mit der Teilnahme am Nobelpreisträgertreffen in Lindau am Bodensee.

Nach einem Gespräch mit Sloweniens Präsidenten Borut Pahor reist Fischer am Samstagvormittag nach Bozen weiter, wo er um 11.00 Uhr vom Südtiroler Landeshauptmann empfangen wird. Am Nachmittag trifft der Bundespräsident auch den italienischsprachigen Bürgermeister von Bozen, Renzo Caramaschi, und besucht die neue Dokumentationsausstellung unter dem umstrittenen Siegesdenkmal, das in faschistischer Zeit errichtet worden war.

Südtirol hatte auch in der Bundespräsidentenwahl eine Rolle gespielt, weil FPÖ-Kandidat Norbert Hofer Sympathien für eine Loslösung der italienischen Provinz von Rom erkennen ließ. In Bozen kamen diese Avancen nicht gut an. Kompatscher begrüßte den Wahlsieg Alexander Van der Bellens und dankte dem scheidenden Bundespräsidenten "für all das, was er in diesen Jahren für Südtirol getan hat".

Beim Abschiedsbesuch Fischers in Südtirol dürfte es auch um die umstrittenen österreichischen Pläne zur Abriegelung der Brennergrenze in der Flüchtlingskrise gehen. Südtirol befürchtet, in diesem Fall zu einem großen "Flüchtlingslager" zu werden. Fischer hat sich gegen ein "Dichtmachen" der Brennergrenze ausgesprochen. Bei einem Besuch in Rom im Mai betonte er, Österreich arbeite "nicht auf eine Schließung der Grenze hin".

Von: apa