500 Euro für gefälschte Dokumente bezahlt - in Bozen gestoppt

Flüchtender Afghane [15] wird Opfer von Gangstersyndikat

Samstag, 06. Juni 2015 | 09:37 Uhr

Bozen/Rom – Als ihm die Beamten der Bahnpolizei darüber aufklärten, dass er seine Fahrt gen Norden nicht fortführen darf, brach für einen 15-jährigen Afghanen, der ganz alleine unterwegs war, die Welt zusammen. Der Flüchtling befindet sich jetzt in einer Jugendeinrichtung.

Er hatte versucht, mit gefälschten Dokumenten nach München zu reisen. Obwohl die Fälschung der Identitätskarte und der Aufenthaltsgenehmigung Profis zuzuschreiben ist, haben sich die Polfer-Beamten in Bozen nicht in die Irre führen lassen.

Sie erkannten die Fälschung und zeigten den Jugendlichen auf freiem Fuß an. Wäre er bereits volljährig gewesen, wäre der Afghane im Gefängnis gelandet.

Wie sich herausstellte, hatte der 15-Jährige die Dokumente in Rom erhalten. 500 Euro musste er dafür bezahlen. Das Geld soll er laut Medienberichten mit über Wochen mit Gelegenheitsjobs zusammengekratzt haben. Von den Fälschern wurde ihm gesagt, dass es sich um offizielle Dokumente handeln würde, die ihn dazu befugen, in Europa frei reisen zu können.

Dem war aber nicht so: Am Dienstag wurde der 15-Jährige von Beamten der Bahnpolizei kontrolliert, als er von Bozen mit dem Zug in Richtung München reisen wollte. Damit war seine Reise vorerst vorüber.

Der Fall zeigt, wie skrupellos mit dem Leid und den Träumen der Flüchtlinge Geld verdient wird. Medienberichten zufolge ist das „Geschäft“ mit den Flüchtlingen längst ein lukrativer Geschäftszweig für das organisierte Verbrechen geworden.

Aber auch andere zwielichtige Gestalten scheinen im Flüchtlingsstrom Möglichkeiten zu sehen, Profit zu machen. So wird von einem Fall berichtet, der sich vor einigen Tagen ereignet hat: Ein junger Migrant erzählte davon, von einem Mann mittleren Alters angesprochen worden zu sein. Er soll ihm angeboten haben, ihn für einige Hundert Euro mit dem Auto über die Grenze nach Innsbruck zu schmuggeln.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen