40 Personen im alten Martinsheim untergebracht

Flüchtlinge in Mals angekommen

Mittwoch, 23. September 2015 | 15:18 Uhr

Mals – Am Dienstag kurz nach Mittag haben 40 Flüchtlinge ihre neue Unterkunft im alten Malser Martinsheim bezogen. Acht Frauen und 32 Männer aus Westafrika warten dort, bis nach rund 15 Monaten über die Entscheidung zu ihrem Asylantrag informiert werden.

Am Abend hieß die Gemeinde die Flüchtlinge, die vorher vorübergehend in einer Kaserne in Bozen untergebracht waren, offiziell willkommen.

Die jungen Frauen und Männer stammen aus vier Staaten in Westafrika und sind über das Mittelmeer nach Italien gelangt, wo sie einen offiziellen Asylantrag gestellt haben.

Die Flüchtlinge werden zwar von den Mitarbeitern der Caritas betreut, müssen sich im Alltag aber selbst organisieren. Sie müssen mit ihrem Taschengeld alles kaufen, was sie für den Alltag brauchen, sie müssen selbst die Mahlzeiten kochen und auch ihre Unterkunft in Ordnung halten.

Südtirol erhält vom Staat 28 Euro pro Flüchtling am Tag. 95 Prozent davon erhält die Organisation, die die Flüchtlingseinrichtung führt, wo der Flüchtling untergebracht wird. Der Rest wird für Verwaltungsspesen verwendet. Die Flüchtlinge selbst erhalten ein Taschengeld von 2,5 Euro pro Tag. Zudem gibt es einmalig 15 Euro für Telefonwertkarten. 

Vonseiten der Caritas werden die Männer und Frauen verpflichtet, einen Sprachkurs zu besuchen und sich mit der Kultur und Lebensgewohnheiten in Südtirol vertraut zu machen.

Die Flüchtlinge erhalten aber auch fachliche Hilfe, um traumatische Erlebnisse bei ihrer Flucht zu verarbeiten. Während sich die Asylbewerber laut Hausordnung untertags frei bewegen dürfen, müssen sie in die Nachtstunden von 23.00 bis 6.30 Uhr in ihrer Unterkunft verbringen.

„Haus Ruben“ hat die Caritas die Einrichtung getauft. In den ersten sechs Monaten dürfen die Flüchtlinge keiner regulären Arbeit nachgehen. Allerdings ist es ihnen gestattet, freiwillig für öffentliche Institutionen bzw. für anerkannte ehrenamtliche Vereine tätig sein. Anschließend ist es ihnen erlaubt, eine Arbeit anzunehmen.

„Wir nehmen euch gerne bei uns auf und werden Zeit mit euch verbringen“, begrüßte der Malser Bürgermeister Ulrich Veith die Ankömmlinge laut „Dolomiten“. Auch Caritas-Direktor Paolo Valenti war anwesend.

Freiwillige hatten als Willkommensgruß eine warme Suppe, Kuchen und Krapfen sowie Obst zubereitet. Den jungen Leuten aus Westafrika stand die Erleichterung nach ihrer Flucht mit vielen Strapazen deutlich ins Gesicht geschrieben.

Von: ©mk

Bezirk: Vinschgau