"Druck am Brenner nimmt zu"

Flüchtlinge: Polizeigewerkschaft besorgt um Gesundheit

Sonntag, 14. Juni 2015 | 14:42 Uhr

Bozen – Die Polizeigewerkschaft Coisp warnt vor einer Flüchtlingswelle, die bald über Bozen und den Brenner in Richtung Norden schwappen werde. In Rom und Mailand würden Hunderte Migranten auf die Lockerung der Grenzkontrollen warten.

Gleichzeitig bringt die Gewerkschaft der Polizei in Südtirol auch Kritik in Sachen Gesundheitsschutz an. Die Antworten vonseiten der Quästur würden auf sich warten lassen. Die Gewerkschaft Coisp verweist dabei auf die Krätze-Fälle in Mailand und Rom unter den Flüchtlingen.

Positiv sei hingegen, dass Rom einer Verlängerung der Verstärkung der Polizeieinheiten am Brenner zugestimmt hat.

Die Exekutivbeamten, die am Brenner ihren Dienst versehen, würden in erster Reihe stehen. „Sie arbeiten unter starkem Druck und unmöglichen Rhythmen.“ Das Maß sei jetzt voll, ist in einer Aussendung zu lesen.

Auch die Strukturen am Brenner müssten neben einer dauerhaften Verstärkung der Mannschaft verbessert werden, um die Migranten zu identifizieren und die Rückweisungen aus Österreich bewältigen zu können.

Österreich habe in den letzten drei Jahren immer mehr Flüchtlinge nach Italien rückverwiesen. Ein Anstieg von 300 Prozent sei in diesem Zeitraum registriert worden.

Auch Quästor Lucio Carluccio zeigt sich in einer Aussendung zufrieden über die zugesicherte Verlängerung der Verstärkung der Polizeikräfte am Brenner. Er nahm gestern ebenfalls an der Versammlung zur Flüchtlingslage, einberufen vom Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Alessandro Pansa, im Innenministerium teil. Dabei schilderte er die Situation in Südtirol und erklärte, dass es keine Notlage gebe.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen