„Nein zu Geschäftemacherei mit Flüchtlingen“

Flüchtlingsaufnahme als “unmoralisches Angebot”?

Sonntag, 26. April 2015 | 10:48 Uhr

Bozen – Das Angebot der italienischen Regierung, an Private 35 Euro pro Tag zu bezahlen, sollten sie Flüchtlinge bei sich zu Hause aufnehmen, schlug hohe Wellen.

Kritiker reagierten empört und meinten, die Politik in Rom wolle das Problem der Flüchtlinge auf die Bürger abwälzen. In Mailand, Turin und Genua hat die Caritas hingegen bereits ein Netz von Familien aufgebaut, die Migranten Unterkunft bieten.

Ein deutliches Nein zu diesem Vorschlag kommt auch vom Landtagsabgeordneten der BürgerUnion, Andreas Pöder. Der Plan der Regierung Renzi, an Private 35 Euro am Tag zu bezahlen, wenn sie Flüchtlinge aufnehmen, sei als „Geschäftemacherei und Sicherheitsrisiko“ abzulehnen. Die BürgerUnion bezeichnet den Vorschlag der Regierung als „unmoralisches Angebot“ in der Flüchtlingsfrage.

„So weit geht also die Moral der Mittelink-Parteien, allen voran des PD, der sonst in der Flüchtlingspolitik gern mit dem moralischen Zeigefinger auf andere zeigt. Wer privat Flüchtlinge aufnehmen will, soll dies aus humanitären Gründen tun und selbst finanzieren und nicht Geld vom Staat oder vom Land dafür bekommen. Zudem birgt die private Flüchtlingsaufnahme erhebliche Sicherheitsrisiken, weil niemand genau einschätzen kann, ob es sich bei erwachsenen Flüchtlingen tatsächlich um Kriegs- oder Armutsflüchtlinge handelt oder um geflohene Straftäter“, so Pöder abschließend.

Fragwürdig sei seiner Ansicht nach auch die Bezahlung von Hotels oder Pensionen, die Flüchtlinge aufnehmen.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen