FH: "Fahrplankonzept nach BBT steht in den Sternen"

Franzensfeste vor dem Aus als Verkehrsknotenpunkt?

Samstag, 20. Juni 2015 | 10:31 Uhr

Bozen – Der freiheitliche Fraktionssprecher im Landtag, Pius Leitner, bezeichnet die aktuelle Diskussion darüber, ob der Bahnhof Franzensfeste künftig noch als Verkehrsknotenpunkt dienen werde, als äußerst wichtig. Wenn jetzt nicht die Weichen dafür gestellt würden, sei der Zug im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren.

„Die Vision des Bürgermeisters von Franzensfeste, Klammer, der dortige Bahnhof könnte nach der Inbetriebnahme des Brennerbasistunnels als wichtige Nord-Süd-Drehscheibe genützt werden, verdient größere Beachtung als ihr derzeit zu Teil wird. Es ist natürlich eine politische Entscheidung, ob man das Dorf Franzensfeste ‚sterben‘ lassen will oder ob man es mit einer Sauerstoffzufuhr stärkt“, so Leitner.

Leitner beruft sich auf zwei wichtige Stimmen der letzten Tage, die befürchten lassen, dass der Wunsch von Bürgermeister Klammer ein frommer zu bleiben droht. Landeshauptmann Kompatscher und der Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Italia, Marco Kampp, hätten die Erwartungen aus Franzensfeste jedenfalls merklich eingebremst.

„Auf eine entsprechende Anfrage hat mir Landeshauptmann Kompatscher u. a. geantwortet, dass bei Einführung der Riggertalschleife der Bahnhof Franzensfeste nicht mehr mit einem kontinuierlichen Taktverkehr von/nach Pustertal bedient werden kann. Der Bahnhof Franzensfeste werde weiterhin mit dem regionalen Taktverkehr Brenner – Bozen mindestens halbstündlich bedient. Aufschluss über den Zeitplan bezüglich des Baus der Riggertalschleife könne Ende 2016 gegeben werden, nach Abschluss der Planungsphase und der Bewertung. Laut Marco Kampp von der Deutschen Bundesbahn Italia werde sich nach Inbetriebnahme der Riggertalschleife die Anbindung internationaler Züge ans Pustertal ändern. Demnach werde Umsteigepunkt für Anschlussreisende der Bahnhof Brixen und ein Halt in Franzensfeste nicht mehr notwendig sein und zwar unabhängig von der Inbetriebnahme des BBT, da nach vorliegenden Einschätzungen die Riggertalschleife  zeitlich deutlich früher fertiggestellt sein werde als der BBT“, führt Leitner aus.

Angesichts dieser Erklärungen müsse der Gemeinde Franzensfeste reiner Wein eingeschenkt werden. Wenn man Franzensfeste eine Zukunft einräume, seien jetzt die entsprechenden Schritte auf politischer Ebene in Südtirol selbst zu setzen. Noch sei Spielraum vorhanden, denn schließlich würden die Strukturen im Lande errichtet. Die Deutsche Bahn AG und die Österreichische Bundesbahn AG, welche derzeit allein  die wirtschaftliche Verantwortung über die internationalen Personenzüge zwischen München und Verona inne haben, müssten selbstverständlich überzeugt werden, wenn künftig andere Lösungen angestrebt würden, schließt Leitner.

Von: ©lu

Bezirk: Wipptal