Stadt zieht vors Verwaltungsgericht

Frauenquote: Landesregierung tadelt Glurns

Montag, 13. Juli 2015 | 15:50 Uhr

Glurns – Die Landesregierung kritisiert die Stadt Glurns, weil zu wenig Frauen im Stadtrat vertreten sind.

Nun ist ein Mahnschreiben an die Gemeinde eingetrudelt. Zwei Frauen müssten laut Frauenquote im Stadtrat sitzen. Doch keine der Frauen im Gemeinderat will in den Stadtrat wechseln.

Bürgermeister Alois Frank findet auch keine Frau, die er von außen berufen könnte.

Deshalb zieht die Gemeinde nun vor das Verwaltungsgericht und hofft, dass der Brief der Landesregierung ausgesetzt und die rechtliche Lage eingehend geprüft wird.

FH: „Frauenquote als lästiger Klotz am Bein“

Die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer macht auf die Schattenseiten der von vielen Parteien hochgepriesenen Frauenquote aufmerksam.
 
Der Glurnser Gemeinderat hätte laut Quotenregelung zwei Frauen in den Stadtrat hineinwählen müssen. Dies war bis heute nicht möglich, da sich von den drei Gemeinderätinnen nur eine für das Amt zur Verfügung gestellt hat, die beiden anderen lehnten dankend ab. Nun muss das Verwaltungsgericht entscheiden, ob Glurns die gesetzliche Frauenquote umgehen darf. Die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer begrüßt mit vollem Respekt die Entscheidung der Glurnser Gemeinderätinnen und fordert die Abschaffung der „absurden“ Quote.
 
„Einmal mehr zeigt sich, dass die gesetzliche Frauenquote nicht nur irrsinnig und undemokratisch ist, sondern dass selbst die Frauen in der Politik keine Freude daran haben. Die Entscheidung der beiden Glurnser Gemeinderätinnen, auf einen Stadtratsposten zu verzichteten, ist zu respektieren und zeugt von lobenswertem Selbstbewusstsein und Rückgrat. Kein Gesetz darf die individuelle Entscheidung von Menschen in einem derartigen Maße einschränken. Dass nun die Verwaltung einer Gemeinde lahmgelegt wird und für den Steuerzahler sinnlose Kosten durch die Überprüfung des Verwaltungsgerichtes entstehen, haben nicht sie zu verantworten. Zur Rechenschaft müssen jene Feministinnen gezogen werden, die krampfhaft nach der Einführung der Frauenquote riefen, um Frauen aufgrund ihres Geschlechts und nicht primär basierend auf ihrer Kompetenz, Sitze in Führungspositionen zu sichern. Zurecht gewiesen werden müssen auch jene Regierungspolitiker, die diese abstruse Theorie zum Gesetz machten“, schreibt Oberhofer in ihrer Aussendung.
 
„Das Beispiel Glurns verdeutlicht, dass die Frauenquote nicht nur eine beschämende Bevormundung darstellt, die mit Gerechtigkeit und der Selbstverwirklichung der Frau nichts zu tun hat, sondern auch dass politische Prozesse, wie Ausschussbildungen  unnötig verkompliziert werden. Es haben sich auch andere kleinere Gemeinden schwer getan, bei der Zusammenstellung des Ausschusses den Wählerwillen mit der Frauenquote zu vereinbaren. Aus diesem Grund stellt diese Quote für politische Gremien nichts weiter als eine Last dar. Deshalb muss sie sobald als möglich wieder abgeschafft werden, um den wirklich starken Frauen, welche es gewohnt sind, durch Leistung zu überzeugen, eine echte Chance auf eine seriöse berufliche Wahrnehmung  zu ermöglichen“, fordert die Freiheitliche Abgeordnete abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Vinschgau