Entlastung der Kleinsparer, Transparenz bei Gebührengestaltung

Freiheitliche: “Banken müssen kundenfreundlicher werden”

Dienstag, 14. Juli 2015 | 15:27 Uhr

Bozen – Die Freiheitlichen forderten heute im Rahmen einer Pressekonferenz, dass die Banken in Südtirol kundenfreundlicher werden. „Der EU-Durchschnitt für die Kosten eines Bankkontos liegt jährlich bei 114 Euro. Aber italienische Banken verrechnen europaweit die teuersten Durchschnittskosten für ein Konto – ungefähr 250 Euro pro Jahr. Abgesehen davon, dass der Betrag der Stempelsteuer vom Italienischen Staat festgesetzt wird, sind gerade nationale Bankhäuser beim Eintreiben ihrer Gelder und beim Einführen von versteckten Gebühren recht kreativ. Ein paar Euro für den Barbezug am Automaten der eigenen oder anderer Banken, Kontoeröffnungsgebühren, happige Gebühren für die Kontoführung, teure Schalterkonten, Buchungsspesen für durchgeführte Operationen, Kosten für die Zusendung des Kontoauszuges, Kosten für die Bankomat-Karte, Kosten für die Kreditkarte, Kosten für die Verwaltung von Wertpapierdepots, Kosten für Versenden von Mitteilungen oder Vermittlungsgebühren für Wertpapierankauf sind nur einige wenige Bespiele von möglichen Kosten für den Sparer“, so die Freiheitlichen.

Eine ebenso nicht zu unterschätzende Schwierigkeit für den Sparer sei, die Vielzahl von Angeboten von Konten zu durchleuchten und die richtige Wahl zu treffen. „Viele italienische Banken fassen mehrere Konten in einem einzigen Informationsblatt zusammen oder sie geben keine eigenen Kostenindikatoren für die verschiedenen Konten an. Diese Art von Kundeninformation kann nicht als transparenzfreundlich bezeichnet werden. Die Europäische Union ist sich einig, dass es notwendig ist, schnellstmöglich für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit bei Bankprodukten zu sorgen. Auch abgesehen davon, dass Online-Konten in der Regel deutlich günstiger als Schalter-Konten sind, kommt diese Form des Kontos gerade für viele Rentnerinnen und Rentner nicht in Frage. Somit nehmen sie höhere Kontospesen in Kauf. Laut einer von der Verbraucherzentrale Südtirol im Mai 2013 vorgelegten Untersuchung gehen auch die Kontenkosten weit auseinander. Angesichts der teilweise astronomischen Jahresspesen für ein Konto und des aktuellen Zinsniveaus stellt sich konsequenterweise die Frage: Lohnt sich das Sparen überhaupt noch? Will man die Sache rein rechnerisch angehen, so wird die Antwort darauf wohl negativ ausfallen. In der Regel fressen Steuern und Spesen das angesparte Kapital an und dieses verringert sich zunehmend“, fügen die Freiheitlichen hinzu.

In einem Beschlussantrag fordern sie die Landesregierung auf, einen kontinuierlichen Beratungstisch zwischen Politik, Vertretern der Südtiroler Bankinstitute, Interessensvertretern und Verbänden zu verschiedenen Schwerpunktthemen im Finanzsektor Südtirols einzurichten. Außerdem sollte die Landesregierung mit ob genannten Vertretern Verhandlungen aufnehmen, damit die aktuellen Kontokorrentspesen aller in Südtirol tätigen Bankinstitute im Detail transparent dargestellt und zu einem festzulegenden Stichtag veröffentlicht werden. Zudem solle nach Möglichkeiten gesucht werden, Rentnern mit einer Monatsrente unter 1.500 Euro und Geringverdienern mit einem Kontokorrentguthaben bis zu 20.000 Euro die Kontoführungsspesen zu erlassen.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen