Zum Tode von Peter Kienesberger

“Freiheitskämpfer müssen endlich begnadigt werden”

Donnerstag, 16. Juli 2015 | 12:12 Uhr

Bozen – Die Süd-Tiroler Freiheit zeigt sich bestürzt, dass mit dem Tod von Peter Kienesberger abermals ein Freiheitskämpfer verstorben ist, noch bevor dieser nach Südtirol zurückkehren konnte. „Der italienische Staat hält Südtirol in der Frage der Begnadigung bzw. einer Amnestie für die Freiheitskämpfer seit Jahren hin und spielt bewusst auf Zeit. Es kann nicht sein, dass die Freiheitskämpfer erst als Tote wieder nach Südtirol zurückkehren dürfen“, erklärt die Bewegung in einer Aussendung.

Nach der Feuernacht von 1961, den Massenverhaftungen und den grausamen Folterungen der Freiheitskämpfer durch italienische Carabinieribeamte, habe sich Peter Kienesberger dem Südtiroler Widerstand angeschlossen und zusammen mit Jörg Klotz und Luis Amplatz gegen die Unterdrückung durch den italienischen Staat gekämpft. Auch in den folgenden Jahren habe er durch seine publizistische Tätigkeit stets die Unabhängigkeitsbestrebungen in Südtirol unterstützt.

Am Beispiel Peter Kienesbergers zeige sich die hässliche Fratze des italienischen Staates. „Mit dem Anschlag auf der Porzescharte versuchte man, ihm und seinen Mitstreitern den Tod von vier Soldaten in die Schuhe zu schieben, um den Freiheitskampf damit zu kriminalisieren. Nachdem Kienesberger nach Deutschland flüchten konnte, plante der italienische Geheimdienst sogar seine Entführung und Ermordung“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

Angesichts der Tatsache, dass nun mehr als 50 Jahre vergangen und die Freiheitskämpfer inzwischen Männer im fortgeschrittenen Alter seien, fordert die Süd-Tiroler Freiheit, dass durch eine Begnadigung oder Amnestie ein Schlussstrich unter das leidvolle Kapitel des Südtiroler Freiheitskampfes gezogen wird, damit die Freiheitskämpfer endlich nach Südtirol zurückkehren können.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen