Strafrechtliches Nachspiel

Freilandeier: Ermittlungen wegen Betrugs im Handel

Mittwoch, 15. April 2015 | 12:54 Uhr

St. Pankraz – Im März hatte der Bürgermeister von St. Pankraz, Thomas
Holzer, den Betrieb eines Hühnerfarmbetreibers geschlossen. Der Grund: Der tierärztliche Dienst der Sanitätseinheit hat laut Protokoll bei einer Kontrolle zahlreiche Verstöße gegen die Auflagen zur Produktion von qualitativ hochwertigen Konsumeiern beanstandet. Nun droht dem 47-jährigen Unternehmer aus St. Pankraz auch Ärger mit der Staatsanwaltschaft. Ermittelt wird wegen Betrugs im Handel.

Laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten hat Staatsanwalt Axel Bisignano die Ermittlungen so gut wie abgeschlossen.

Laut Protokoll des tierärztlichen Dienstes, das anschließend auch der Bozner Staatsanwaltschaft übermittelt wurde, habe „die Haltung der Legehennen nicht den gesetzlichen Bestimmungen“ entsprochen. „Das Stallklima weist einen zu hohen Gehalt an Schadgasen auf“ und „obwohl Freilandhaltung auf den Verkaufspackungen der Eier geschrieben steht, haben die Hennen nicht die Möglichkeit, sich auf der vorgesehenen Auslauffläche außerhalb des Stalls zu bewegen“, heißt es in dem Protokoll laut „Dolomiten“.

Wo ursprünglich eine Auslauffläche geplant worden sei, habe man Kirschbäume gepflanzt. Zudem dürfe der Unternehmer nur maximal 700 Hühner halten, de facto seien es aber rund 750 Hennen.

Wie der Bürgermeister erklärte, müssen die Hennen weggeben, der Stall desinfiziert und die beanstandeten Dinge in Ordnung gebracht werden. Danach sei eine Wiederaufnahme der Produktion von Konsumeiern grundsätzlich möglich.

Laut Staatsanwaltschaft seien die verkauften Eier als Freilandeier deklariert gewesen. Dies habe aber nicht den Tatsachen entsprochen. Dem Unternehmer droht damit eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe von 2065 Euro. Der Mann war bereits 2008 schon einmal wegen ähnlicher Vorfälle zu einer Strafe von 1.000 Euro verurteilt worden.

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt