Vorgangsweise soll definiert werden

Freizeitunfall: Wer kommt für die Flugrettung auf?

Donnerstag, 09. April 2015 | 12:02 Uhr

Bozen – Die Frage, wer bei einem Freizeitunfall die Flugrettung zahlt, sorgt wieder für Diskussion. Gestern lud Gesundheitslandesrätin Martha Stocker dazu eine breite Runde an Interessensvertretern ein, „um eine zukünftige Vorgangsweise zu definieren“, berichtet das Tagblatt Dolomiten. Stocker hält es für fraglich, den Steuerzahler die Kosten für die Flugrettung zahlen zu lassen, wenn ein Viertel der Südtiroler versichert ist.

Landesrätin Stocker erklärt, dass bereits heute 120.000 Südtiroler gegen Freizeitunfälle versichert sind. Sie ist der Ansicht, dass es daher sinnvoll wäre, dass auch bei Einheimischen Versicherungen für die Flugrettungskosten aufkommen.

Wer zurzeit mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert wird, muss meist ein Ticket von 100 Euro zahlen. Die eigentlichen Kosten eines Hubschraubereinsatzes bewegen sich aber im Durchschnitt zwischen 3.000 und 4.000 Euro.

Wie es in dem „Dolomiten“-Bericht weiter heißt, gibt es zwei Extrem-Positionen: Während einige sagen, dass nur die Betreiber von Hochrisikosportarten im Falle eines Unfalls zur Kasse gebeten werden sollen, meinen andere wiederum, dass jeder Flugrettungseinsatz bezahlt werden sollte.

Darüber, wo die Trennlinie bei Freizeitunfällen liegt, wo eben verantwortungsloses Handeln oder besondere Risikofreude anfängt, gehen die Meinungen auseinander, erklärt Ivo Bonamico, der Geschäftsführer der Flugrettung.

Der Verband der Südtiroler Sportvereine ist der Ansicht, dass es nicht leicht sei, Hochrisikosportarten genau zu definieren. Da sich nicht jeder eine Versicherung leisten könne, würde das die Bewegungsfreudigkeit der Südtiroler am Berg einschränken.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen