Je mehr Füchse desto höher das Risiko

Fuchsbandwurm kann tödliche Folgen haben

Samstag, 19. September 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Weil sich die Füchse in Südtirol immer mehr ausbreiten, steigt auch das Risiko von Fuchsbandwurm-Erkrankungen. Befällt der kleine Parasit einen Menschen kann dies tödliche Folgen haben. In Nordtirol ist heuer etwa eine 74-jährige Altbäuerin aus diesem Grund gestorben und auch im Pustertal kam es vor einigen Jahren zu einer Erkrankung bei einem Mann, die für ihn mit dem Tod endete, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Wie der Geschäftsführer des Jagdverbandes, Heinrich Aukenthaler, bestätigt, hat der Fuchsbandwurm über Süddeutschland schon vor einigen Jahren die Alpen erreicht. Am meisten betroffen war Südwestdeutschland. Nachdem es zu einzelnen Fällen in Nordtirol und Vorarlberg gekommen war, hat der Jagdverband darauf gedrängt, dass auch die Füchse in Südtirol untersucht werden – und siehe da: Einzelne Fälle wurden auch bei uns nachgewiesen.

Weil zu den gefährdeten Personengruppen jene zählen, die sich häufig im Wald aufhalten und viel mit Füchsen zu tun haben, sollen nun auf Initiative von Landesjägermeister Berthold Marx bei Südtirols Jagdaufsehern und Jägern Blutuntersuchungen vorgenommen werden.

Der Fuchsbandwurm ist deshalb so tückisch, weil er sehr schwer erkennbar ist. Die Finnen (Larven) nisten sich ein und erst nach zehn oder sogar 15 Jahren entwickeln sie sich zu einer Geschwulst, die dann schwer zu diagnostizieren ist. Früherkennung sei deshalb sehr wichtig.

Wer positiv getestet wird, hat den Fuchsbandwurm in sich. Die Parasiten haben es auf die Leber abgesehen und können das Organ stark schädigen. Für die rund 80 Jagdaufseher soll die Blutuntersuchung im Rahmen der Arbeitsmedizin zwingend vorgeschrieben werden.

Auch für die 6.000 Jäger soll es eine Aufforderung zur Untersuchung geben. Die Eier des Fuchsbandwurms können sogar bei minus 20 Grad überleben. Trockenheit und Hitze über 40 Grad mögen die Parasiten hingegen nicht.

Panik sei laut dem Leiter des Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit in Bozen, Dr. Josef Simeoni, fehl am Platz. „Wer im Wald Beeren sammeln geht, sollte nicht primär an den Fuchsbandwurmdenken“, erklärt er laut „Dolomiten“.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen