Urteil des Kassationsgerichtshofs

Für Fehler der Hausärzte haftet auch der Sanitätsbetrieb

Montag, 08. Juni 2015 | 12:18 Uhr

Bozen – Unterläuft einem der rund 280 Haus- oder Kinderbasisärzte, die mit dem Sanitätsbetrieb über eine Konvention verbunden sind, ein Diagnose- oder Therapiefehler, dann haftet der Sanitätsbetrieb mit. Laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten geht dies aus Urteil des Kassationsgerichtshofs in Rom hervor, das erst vor Kurzem gefallen ist.

Bisher musste ein Hausarzt selbst dafür aufkommen, wenn er wegen eines Kunstfehlers vor Gericht verurteilt wurde. Nun muss sich der Sanitätsbetrieb künftig auch gegen etwaige Schadensfälle an dieser Front wappnen.

Aufgrund der Konvention sei laut Kassation der Haus- oder Kinderbasisarzt damit „Gehilfe“ des Sanitätsbetriebes. Der konventionierte Arzt führe demnach eine Gesundheitsleistung im Auftrag des Betriebs aus. Im Schadensfall ist der Sanitätsbetrieb dafür haftbar.

Konkret wurde ein Sanitätsbetrieb im Piemont zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt. Der Verwaltungsdirektor des Sanitätsbetriebs, Rechtsanwalt Marco Cappello, hält das Urteil für alle Sanitätsbetriebe für „gefährlich“, wie er laut „Dolomiten“ erklärt. Die Basisärzte seien nämlich reine Freiberufler, die vom Sanitätsbetrieb nicht kontrolliert und von diesem auch nicht versichert werden können.

„Das Urteil wird sich wohl auf die Versicherungssumme des Sanitätsbetriebs niederschlagen, die ohnehin im kommenden Jahr zu erneuern ist“, meint hingegen der Chef im Gesundheitsressorts, Thomas Mathá, gegenüber den „Dolomiten“.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen