„Schwierigste Entscheidung überhaupt“

Geburtenstation Sterzing: SVP droht Zerreißprobe

Donnerstag, 30. Juni 2016 | 12:00 Uhr

Bozen – Nach dem Flughafen wird die Sanität für die Südtiroler Volkspartei zur Zerreißprobe. Am Montag muss sich die Partei entscheiden, ob sie die Landesregierung oder das Wipptal im Regen stehen lässt.

Philipp Achammer spricht von der „schwierigsten Entscheidung überhaupt“, denn stimmt die SVP dem Antrag der Wipptaler zum Erhalt der Geburtshilfe nicht zu, ist der Bezirk enttäuscht. Sagt sie ja, lässt die Partei Landesrätin Marta Stocker und den Landeshauptmann blöd dastehen.

Indes treffen sich heute im Wipptal die Bürgermeister: „Wenn man will, dass es noch eine landesweite SVP gibt, muss man eine Lösung für uns finden“, sagt Bezirksobmann Karl Polig.

Vor allem mit Martha Stocker geht er hart ins Gericht: „Wir hatten nie den Eindruck, dass alles getan wird, um periphere Strukturen zu retten. Vielmehr werden Abbau-Pläne schrittweise umgesetzt.“

Sterzing hat Ärzte für einen 24h-Aktivdienst gefunden (Bericht S. 29). „Denselben Einsatz vermissen wir von Stocker und der Sanitätsspitze schmerzlich. Es reicht nicht, teure Anzeigen zu schalten und auf fehlende Bewerbungen mit Schulterzucken zu reagieren“, so Polig. Dem Fachkräfte-Exodus in Brixen „tatenlos zuzusehen“, sei „eklatantes Versagen“, erklärt er dem Tagblatt Dolomiten.

Die Einladung zum Treffen aller Bezirksobleute im August hat Polig mit dem Vermerk zurückgeschickt: „Ich weiß nicht, ob ich da noch Bezirksobmann bin.“ Zwei Jahre habe man den Kopf hingehalten. „Lässt man uns im Regen stehen, wird es kaum möglich, meine Aufgabe weiterzuführen.“

Noch sei die Entscheidung nicht gefallen, betonen Achammer und die SVP-Arbeitnehmer Renzler und Amhof. „Uns glauben die Leute nichts mehr. Lösungen müssen von Medizinern im Team mit Brixen gefunden werden“, so Amhof. Denkbar wäre ein Hebammen-Kreißsaal, wie von den Wipptaler Hebammen vorgeschlagen, oder ein Zentrum zur Vor- und Nachbetreuung Gebärender.

Für das Wipptal wäre dies weder Ersatz noch Trost. „Ohne Geburtshilfe würde unserem Krankenhaus das Herzstück fehlen“, sagt Polig.

Von: ©luk

Bezirk: Bozen