Bestens funktionierende Einheit nicht vorschnell schließen

Geburtenstation: SVP-Wipptal kritisiert LRin Martha Stocker

Mittwoch, 29. Juni 2016 | 18:02 Uhr

Sterzing – Mit Verwunderung und Unverständnis vernehmen wir die Meldungen über die bevorstehende Schließung der Sterzinger Geburtenstation. Dies schreibt die SVP-Bezirksleitung des Wipptals.

„Die vorgebrachten Gründe, die eine Schließung scheinbar unausweichlich erscheinen lassen, sind nicht korrekt und bedürfen einer Klärung. Das Krankenhaus Sterzing hat oft schon um seine Daseinsberechtigung kämpfen müssen und hat sich vielleicht gerade unter diesem ständigen Druck zu einer leistungsfähigen und von weiten Teilen der Südtiroler Bevölkerung geschätzten Struktur entwickelt. Sowohl die Chirurgie/Orthopädie als auch die Gynäkologie/Geburtshilfe leisten hervorragende Arbeit für das ganze Land und nicht nur für das Wipptal. Der weit überdurchschnittliche Zustrom zufriedener Patienten aus allen Landesteilen bezeugt das. Und gerade diese landesweit geschätzten Leistungen müssen von der Landespolitik und der Sanitätsspitze als solche anerkannt und unterstützt und nicht bekämpft werden“, so die SVP Wipptal.

Das Krankenhaus Sterzing habe jedenfalls seine Hausaufgaben gemacht. „Dem dortigen ärztlichen Leiter Primar Dr. Ploner ist es durch intensiven persönlichen Einsatz gelungen, die nötigen Fachärzte für die Geburtenabteilung zu finden, so dass die 24h-Aktivdienste gewährleistet wären.“

„Denselben intensiven Einsatz durch den Sanitätsbetrieb mit der Landesrätin an der Spitze vermissen wir leider schmerzlich. Es genügt nicht, in ausländischen Zeitungen teure Anzeigen zu schalten, und auf die fehlenden Bewerbungen mit einem Schulterzucken zu reagieren. Geeignete Fachärzte müssen in persönlichen Gesprächen kontaktiert werden. Wir haben zudem den Eindruck, dass es hier nicht in erster Linie um Sachargumente, sondern um die Umsetzung  einer Vision der Sanitätsführung geht, wonach die peripheren Strukturen rückgestuft werden sollen“, heißt es weiter.

Nicht akzeptabel sei es auch, wenn Sterzing für die missliche Lage anderer Krankenhäuser bzw. des ganzen Sanitätsbetriebes herhalten muss.“ Wenn man in Brixen monatelang zusieht, wie der Reihe nach hervorragende Fachkräfte die Abteilung verlassen, ohne die Ursache hierfür zu suchen, ist das ein eklatantes Versagen der Sanitätsspitze. Genauso untragbar ist es, wenn Brixen durch den Abgang des dortigen Primars die Qualifikation als Brustgesundheitszentrum verlieren wird. Wird nicht rasch ein fachlich adäquater Ersatz gefunden, können diese spezifischen Eingriffe in Brixen nicht mehr durchgeführt werden – mit schwerwiegenden Folgen für die betroffenen Patientinnen aus weiten Teilen des Landes.“

„Wir werden jedenfalls weiter alles daransetzen, in verstärkter Zusammenarbeit zwischen Sterzing und Brixen die Fortführung beider Geburtenstationen sicherzustellen. Das Krankenhaus Brixen hätte auch gar nicht die Kapazitäten, zusätzlich zu den eigenen auch noch die Geburten aus Sterzing zu bewältigen, wie schon vor nunmehr fast zwei Jahren vom damaligen Bezirksdirektor Dr. Gatscher  festgestellt“, heißt es abschließend.

Von: ©luk

Bezirk: Wipptal