Geldregen für Südtirols Rentner?

Gekippte Reform: Nicht jeder Rentner profitiert

Samstag, 13. Juni 2015 | 08:47 Uhr

Bozen – Laut einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs in Rom muss der Staat mehrere Milliarden Euro an Rentner in Italien nachzahlen. Wie berichtet, hat das Verfassungsgericht ein wesentliches Kernstück der Fornero-Reform, die von der damaligen Regierung Monti im Jahr 2011 beschlossen worden war, gekippt. Die Reform sah unter anderem vor, dass der Inflationsausgleich für Renten ab einem monatlichen Betrag von 1.400 Euro abgeschafft wird.

Die Freiheitlichen wollten nun in einer Landtagsanfrage wissen, wie sich das Urteil des Verfassungsgerichtshofs auf die Rentner in Südtirol auswirkt.

Das Nationale Fürsorgeinstitut INPS zahlt in Südtirol derzeit an 127.000 Personen Renten aus. „Davon waren 76.000 Personen nicht von der im Jahr 2011 eingeführten Aussetzung des Inflationsausgleiches betroffen, da ihr monatlicher Rentenbetrag nicht mehr als 1.441,00 Euro beträgt. Für sie kommt somit das Urteil des Verfassungsgerichtshofes Nr.70/2015 nicht zur Anwendung“, erklärt Soziallandesrätin Martha Stocker in ihrer Antwort.

Für weitere 8.300 Rentner gilt das höchstrichterliche Urteil nicht, da ihre Rente den in der Notstandsverordnung vorgesehenen Grenzbetrag überschreitet.

Allerdings werden in Südtirol rund 42.700 Rentner im Monat August eine einmalige Zahlung erhalten, mit der der entgangene Inflationsausgleich rückerstattet wird. Je nach Höhe der Rente werden 17.200 Rentner im Schnitt 750 Euro, 14.200 Rentner durchschnittlich 450 Euro und 11.300 Rentner durchschnittlich 278 Euro erhalten, wie die Landesrätin erklärt.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen