Anwalt fordert Rückgabe der gesamten Summe

Geldkoffer: Strafe für Geschäftsleute reduziert

Montag, 01. Juni 2015 | 12:21 Uhr

Bozen – Jetzt landet der Fall der Geschäftsleute aus Deutschland, die mit 350.000 Euro in bar eingereist waren, vor dem Bozner Landesgericht. Wegen eines fehlenden Formulars mussten sie 185.000 Euro Geldbuße an den Staat zahlen.

Zwar hat das Wirtschaftsministerium die Strafe um 73.000 Euro gesenkt, doch Rechtsanwalt Thomas Brenner legt Widerspruch ein und beantragt die Rückgabe der gesamten beschlagnahmten Geldsumme.

Brenner wertet gegenüber dem Tagblatt Dolomiten die Reduzierung der Strafe zwar als Teilerfolg, er fordert aber die Rückerstattung der gesamten Geldsumme, weil diese zu Unrecht einbehalten worden sei.

Die Geschäftsleute wollten bekanntlich in Italien Gold zur Schmuckherstellung kaufen. In Sterzing wurden sie mit dem enormen Barbetrag angehalten. Weil sie das gesetzlich vorgesehene Formular zur Bargeldeinfuhr nicht vorweisen konnten, wurden 185.000 Euro einbehalten.

Rechtsanwalt Brenner beanstandete, dass das Formular auf der Homepage der Zollagentur nur in Italienisch abrufbar sei. Dies wurde vom Amt zurückgewiesen. Doch Brenner bleibt dabei: An der Situation, die seine Mandanten vorgefunden hätten, habe sich bis heute nichts geändert. Auf der englischsprachigen Homepage der Zollagentur, die von Personen aus dem Ausland, die nicht Italienisch sprechen, gewählt wird, sei kein Dokument bzw. Formular zur Anmeldung von Barmitteln verfügbar. „Man erhält keinen Hinweis, dass das Formular nur über die italienische Seite abrufbar wäre“, sagt Brenner.

Jetzt kommt der Fall ans Bozner Landesgericht.

Von: ©lu