5,8 Prozent mehr Frauen in den Ratsstuben vertreten

Gemeindewahlen: Landesbeirat für Chancengleichheit zieht positive Bilanz

Donnerstag, 25. Juni 2015 | 13:12 Uhr

Bozen – Eine positive Bilanz über den Verlauf der Gemeinderatswahlen und über die Bildung der Gemeindeausschüsse aus Frauensicht haben am heutigen Donnerstag Landesrätin Martha Stocker und die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit Ulrike Oberhammer gezogen: In den Gemeinderäten sind im Vergleich zu 2010 5,8 Prozent mehr Frauen vertreten, in den Gemeindeausschüssen 11,71 Prozent.

Nach den Wahlen vom 10. Mai 2015 konnten in nahezu allen Gemeinden die Ausschüsse neu bestellt werden. Zu diesem Anlass blickten Landesrätin Martha Stocker und die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit Ulrike Oberhammer im Rahmen einer Medienkonferenz auf den Verlauf der Gemeinderatswahlen und die Frauenpräsenz in den Räten und Ausschüssen zurück. In Bezug auf die Bürgermeisterinnen wurde das Ergebnis von 2010 bestätigt: In zehn Südtiroler Gemeinden stehen in den nächsten fünf Jahren Frauen an der Spitze. "Es ist festzustellen, dass es nicht mehr geworden sind", sagte die Landesrätin für Chancengleichheit Stocker. Dies werde sich jedoch angesichts der weiblichen Präsenz in den Gemeindeausschüssen bei den nächsten Wahlen mit Sicherheit ändern.

Die Frauenpräsenz in den Gemeinderäten nahm mit 431 Gemeinderätinnen  im Vergleich zu 2010 (406 Frauen) um 5,8 Prozent zu. "Dies erscheint auf den ersten Blick kein besonders hoher Zuwachs", so Stocker. "Wir müssen aber bedenken, dass die Gemeinderäte verkleinert worden sind und deshalb ist dieser Prozentsatz stärker zu bewerten", erklärte die Landesrätin. Die weiblichsten Gemeinderäte Südtirols sind Naturns (8 von 18 Gemeinderäten, 44,44 Prozent), Hafling, Kurtinig und Vöran (5 von 12 Gemeinderäten, 41,67 Prozent) sowie Jenesien, Kastelbell-Tschars, Kurtatsch und Ulten (6 von 15 Gemeinderäten, 40 Prozent). Der Gemeinderat mit dem geringsten Frauenanteil ist Lüsen mit 6,67 Prozent.

Die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit Ulrike Oberhammer ging auf die Gemeindeausschüsse ein, wo der Frauenanteil um 11,71 Prozent gestiegen ist: Insgesamt beträgt der Frauenanteil nach den Gemeindewahlen 2015 35,91 Prozent (ohne Bozen, Natz-Schabs und St. Ulrich). "Das ist mehr als ein Drittel", unterstrich Oberhammer. "Es gibt in Südtirol keine einzige Gemeinde mehr, wo keine Frau im Ausschuss präsent ist", so die Präsidentin des Landesbeirates. Dies gelte  auch in Niederdorf, St. Martin in Thurn, Schnals und Wengen, wo 2010 noch keine Frau im Ausschuss vertreten war. Die weiblichsten Gemeindeausschüsse mit einem Frauenanteil von 60 Prozent sind Hafling, Jenesien, Karneid und Tscherms. In der Gemeinde Innichen, die Oberhammer als "Best Practice" bezeichnete, stehen mit der Bürgermeisterin und Vizebürgermeisterin zwei Frauen an der Spitze der Verwaltung vor Ort. In Glurns und Kurtinig sei hingegen die Quote nicht eingehalten worden. "Das Gesetz sieht vor, dass die Landesregierung die Bürgermeister auffordern wird hier nachzubessern, ansonsten kommt es zu Neuwahlen", erklärte Oberhammer. "Ich hoffe, dass dies durch eine Aufstockung des Ausschusses oder eine Umbenennung vermieden werden kann."

"Die Gemeinderatswahlen haben gezeigt, dass die Frauenquote unerlässlich ist, um Frauen die Möglichkeit zu geben, auf die Programme und Entscheidungen in ihren Gemeinden aktiv Einfluss zu nehmen", zeigte sich Präsidentin Oberhammer überzeugt. "In den nächsten fünf Jahren werden die Referentinnen dank der starken Frauenpräsenz in den Gemeindestuben nicht nur für die typischen Frauenressorts zuständig sein, sondern ihre Kompetenzen auch in anderen Bereichen wie beispielsweise Finanzen und Vermögen unter Beweis stellen: Diese Frauen werden Vorbilder für die künftigen Generationen sein und vorleben, dass sie ihren Teil zur Gesellschaft beitragen wollen und sich in allen Themenbereichen einbringen können."

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen