Auch Vahrner AVS appelliert an Gemeinderäte

“Gemeinsam für Vahrn” kritisiert Sanierung des Schrüttensees

Freitag, 31. Juli 2015 | 19:30 Uhr

Vahrn – Walter Kofler, Gemeinderat der Dorfliste Gemeinsam für Vahrn, hält die geplante Sanierung des Schrüttensees für einen beispiellosen Naturfrevel.

Der Schrüttensee verliert aufgrund eines undichten Untergrundes Wasser und ist daher großen Schwankungen des Wasserpegels ausgesetzt. Am kommenden Montag entscheidet der Vahrner Gemeinderat darüber, ob der Schrüttensee diesbezüglich saniert werden soll oder nicht.

"Der Schrüttensee war immer schon großen Schwankungen, was den Wasserpegel anbelangt, ausgesetzt. Kenner des Sees wissen, dass bei schneereichen Wintern und regenreichen Monaten der Wasserspiegel höher liegt. Die Natur gleicht sich also selbst aus", so Walter Kofler.

"Ich frage mich wirklich, ob wir nichts Besseres zu tun haben, als immer und überall der Natur „dreinreden“ zu müssen. Dass der See im heutigen Zustand bei Bergfreunden, Familien mit Kindern große Zustimmung erfährt, ist wohl nicht zuletzt dahin zurückzuführen, dass der See eben ist, wie er ist", so Walter Kofler weiter.

"Ich möchte betonen: Sollte die tatsächliche Gefahr bestehen, dass der See droht, auszutrocknen, würde ich mich ebefalls für eine Sanierung aussprechen. Aber diese Gefahr besteht heute in keinster Weise! Durch die Sanierung wird der See ein völlig anderes Gesicht bekommen. Die dafür notwendigen Erdbewegungen reißen nicht unwesentliche Narben in die Landschaft. Das dafür notwendige „schwere Gerät“ wie Bagger u.a. werden sich über die darunter westlich befindliche Ochsenalm ihren Weg zum See suchen müssen. Außerdem wird im See in Richtung des heutigen Auslaufs ein künstlicher Überlauf geschaffen. Durch diesen künstlichen Überlauf würde der Schrüttensee für immer seine Natürlichkeit verlieren! Weiters gibt es keine Garantie dafür, dass der See an anderen Stellen nicht auch Wasser verliert", kritisiert der Gemeinderat der Dorfliste Gemeinsam für Vahrn.

"Finanziert würde das Projekt aus dem Topf der Umweltausgleichsmaßnahmen des BBT. Geschätzte Kosten: 160.000 Euro. Sollte sich der Vahrner Gemeinderar für die Sanierung aussprechen (Baubeginn 1. September d.J.), wäre das ein nie wieder gutzumachender Eingriff in die Natur, eine einzigartige Landschaft wäre unwiderruflich zerstört", schließt Walter Kofler.

Vahrner AVS appelliert an Gemeinderäte

Auch die AVS Sektion von Vahrn appelliert an den Gemeinderat, die geplante Sanierung des Schrüttensees noch einmal zu überdenken.

"Sehr geehrter Herr Bürgermeister, der Alpenverein Südtirol, mit seiner Ortsstelle Vahrn, zählt zu den ältesten und mitgliederstärksten Vereinen Südtirols. Wie allseits bekannt sein dürfte, steht unser Verein für Naturverbundenheit, nachhaltigen Umgang mit Natur, sowie Ehrenamtlichkeit. Mit großer Verwunderung haben wir durch die Medien über die geplanten Maßnahmen am Schrüttensee erfahren. Gerade bei solchen Einschnitten in die Umwelt haben wir uns doch erwartet, von Ihnen in das Projekt vorab mit einbezogen oder zumindest informiert zu werden. Der Alpenverein Südtirol und die Ortsstelle Vahrn, sprechen sich gegen eine Sanierung des Schrüttensees aus. Die vom Amt für Wildbach aufgezeigten Szenarien und scheinbar notwendigen Eingriffe sind für uns in keinster Weise nachvollziehbar. Somit distanzieren wir uns von diesem Projekt. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass bei geplanten Eingriffen im alpinen Lebensraum der Alpenverein rechtzeitig mit einbezogen wird und so eine Mitsprache erfährt. Sollte, wie wir hoffen, die Sanierung des Schrüttensees nicht realisiert werden, so erlauben wir uns, Ihnen einige Vorschläge für die Verwendung der bereitstehenden Gelder zu unterbreiten: nachhaltige Sicherung und Verbesserung der zahlreichen Wanderwege in Spiluck und Schalders; Instandhaltungsarbeiten am Carl-Toldt-Weg in Vahrn; oder die Verbesserung der Parkplatzsituation in Steinwend. Selbstverständlich stehen wir Ihnen für alles Weitere gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Abschließend appellieren wir an den Vahrner Gemeinderat, den Schrüttensee, welcher einer der letzten unberührten Seen in unserer Umgebung ist, in seiner Natürlichkeit zu belassen und somit das Projekt nicht umzusetzen", so Paul Jaist, Ortsstellenleiter der Ortsstelle Vahrn des Alpenvereins Südtirol.

Von: ©ka