Störung für das Auge?

Gewebebahnen gegen Abdrift

Dienstag, 09. Juni 2015 | 12:07 Uhr

Bozen – Um die Abdrift von Pflanzenschutzmitteln zu verringern, greifen viele Landwirte auf Gewebefolien zurück. Weil diese auch weiß sind, stechen sie stark hervor.  Für den Landwirt bieten sie den Vorteil, dass sie nicht gepflegt werden müssen und auch weniger Raum benötigen.

Bauernbund-Chef Leo Tiefenthaler meint dazu, dass weiß nicht das Ziel sei. Landesrat Arnold Schuler setzt auf Gespräche. Regeln sollen keine erlassen werden.

Weil weiße Paneele auch in anderen Industriezweigen verwendet werden, sind sie derzeit am leichtesten zu beschaffen und werden deshalb auch gekauft.

Gesichert ist, dass die Barrieren aus Textilfaser effektiv gegen die Abdrift helfen.

Jetzt will der Bauernbund mit den Herstellern an der Farbe der Textilbahnen arbeiten, damit sie besser ins Landschaftsbild passen. Auch Gespräche mit den betroffenen Landwirten soll es geben.

Als Alternative dazu gibt es Pflanzenhecken und diesen wurden laut den „Dolomiten“ bereits gesetzt. 45.000 Pflanzen werden sich in zwei bis drei Jahren zu insgesamt 15 Kilometer langen Abdrift-Barrieren am Grundstücksrand verdichten.

Außerdem wurden bis zu 20 Millionen Euro in die Umrüstung bzw. den Ankauf von Sprühgeräten mit Injektordüsen investiert. Sie produzieren weniger schwebefähige Feintropfen als Standarddüsen.

Das alles nicht von ungefähr. Unter dem Eindruck des Malser Referendums hatte die Landesregierung im Juli 2014 erstmals Leitlinien fürs Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln erlassen.

Seither ist ein Abstand von 30 Metern zu sensiblen Zonen wie Schulen einzuhalten; zudem gilt ein Abstand von zehn Metern zu Straßen und Radwegen. Die Abstände verkürzen sich mit Injektordüse oder Abdriftbarriere auf zehn bzw. fünf Meter, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen