Freiheitliche fragen nach

Gibt es in Südtirol Stromtransportprobleme?

Montag, 06. Juli 2015 | 16:47 Uhr

Bozen – Der sogenannte „Energietisch“ setzte sich bei seiner Sitzung am 12. Mai 2015 mit der Erneuerung des Stromverteilungsnetzes auseinander. Dabei wurden bestehende Mängel im Südtiroler Stromleitungssystem aufgezeigt, die mit dringenden Investitionen behoben werden sollten. Die Freiheitlichen Abgeordneten Pius Leitner und Walter Blaas forderten in einer Anfrage Auskunft über diese Stromtransportprobleme.

Aus der Antwort des zuständigen Landesrats Richard Theiner geht hervor, dass in Südtirol grundsätzlich keine Gefährdung der Versorgungssicherheit bestehe. Es gab laut Theiner in den vergangenen Jahren bloß Mängel bei der einzuspeisenden erneuerbaren Energie, welche in den letzten acht Jahren stark zugenommen hat. Diese zusätzliche Energie hat im Jahr 2011 in verschiedenen Landesteilen zu einer Sättigung der Verteiler- und Transportsysteme geführt.

Auf der Ebene der Mittelspannung konnten die Mängel jedoch von der Selnet GmbH behoben werden, sodass nur noch das Umspannwerk Mühlen/Sand in Taufers als kritische Zone verblieben ist. Dort werden aber die notwendigen Investitionen mit Ende des heurigen Jahres abgeschlossen. Auf der Ebene des Hochspannungsnetzes sind in den Zonen Wiesen/Pfitsch, Bundschen/Sarnthein und Mühlen/Sand in Taufers noch Ausbauarbeiten notwendig, wofür jedoch die staatliche TERNA zuständig ist.

Auf Blaas‘ und Leitners Frage nach den Kosten der Investitionen entgegnet Theiner, dass die Selnet, welche im Bereich der Mittelspannung im Land für die umfassenden Investitionen verantwortlich ist, einen fünfjährigen Investitionsplan von 100 Millionen Euro genehmigt hat.

Die Freiheitlichen erkundigten sich weiters, welche Gemeinden die Stromleitungssysteme selbst übernommen haben und welche sie künftig übernehmen werden. In Theiners Antwortschreiben finden sich mehrere Gemeinden, die Interesse bekundet haben, die Stromverteilung im eigenen Gemeindegebiet zu übernehmen: Graun, Mals, Taufers i. M., Schluderns, Prad a. S., Stilfs, Laas, Schlanders, Glurns, St. Martin i. P., St. Leonhard i. P., Sterzing, Ratschings, Villnöss, St. Martin in Thurn, Bruneck, Mühlwald, Ahrntal, Niederdorf, Toblach, Innichen, Rasen-Antholz und Welsberg.

Bisher haben jedoch nur die Gemeinden St. Martin in Thurn und Bruneck die Stromnetze übernommen.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen