Kritik von Pöder

Grüne und Papst auf einer Linie

Freitag, 19. Juni 2015 | 11:29 Uhr

Bozen – Papst Franziskus wird seinem Namenspatron, dem Franz von Assisi, gerecht und richtet in einer 220 Seiten umfassenden Umwelt-Enzyklika einen eindringlichen Appell an die Welt „zu einem Dialog über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten“.  Dies halten die Grünen in einer Aussendung fest.

Bemerkenswert sei, dass diese päpstliche Enzyklika am 18. Juni in Rom von Hans Joachim Schellnhuber, dem Leiter des Potsdamer Instituts für Klimaforschung, vorgestellt wurde. Für ihn sei dieses Dokument ein Beispiel dafür, dass Glaube und Vernunft, Moral und Wissenschaft keine Gegensätze sind. Wörtlich: "In der Enzyklika werden diese beiden Welten zusammengebracht. Und sie widersprechen sich nicht, sie können nur zusammen der Komplexität der Schöpfung gerecht werden."

„Dieser südamerikanische Papst bringt zum ökologischen Aspekt, wie erwartet, auch den sozialpolitischen dazu. Er, der vor einiger Zeit die neoliberale Marktwirtschaft heftig gegeißelt hat („Diese Wirtschaft tötet!“), erklärt zum Klimawandel ausdrücklich, dass dafür nicht das rasante Bevölkerungswachstum verantwortlich sei. Der Wissenschaftler Schellnhuber unterstützte diese Aussage des Papstes: „Es sind nicht die armen Massen, die das Klima verändern. Es ist der Konsum der Reichen. Die ärmste Milliarde der Menschen trägt praktisch nichts zum Klimawandel bei." Die Ärmsten bekommen allerdings die Folgen des Klimawandels zu spüren. Franziskus spricht von "ökologischer Schuld". Die Erwärmung der Erde, die durch den "enormen Konsum einiger reicher Länder" verursacht werde, habe Auswirkungen in den ärmsten Zonen der Erde. Mit den bekannten Folgen: Dürre, Hunger, Flucht. Dem Stöhnen der Erde, schließe sich "das Stöhnen der Verlassenen der Welt" an“, schreiben die Grünen.

„Wenn wir Grüne uns so klar äußern, werden wir allgemein als ökosoziale Fundamentalisten abgetan. Nun sind wir in guter Gesellschaft.  Der Appell der Enzyklika auf die Dringlichkeit des Handelns sollte nicht nach anfänglicher Betroffenheit als spiritueller Appell verpuffen, sondern konkrete Schritte fördern – überfällig vor allem in der Klimapolitik. Auch das mehrheitlich katholisch geprägte Südtirol sollte die Enzyklika ernst nehmen und seine Politik sich nicht in Selbstgerechtigkeit üben, steht unser Land doch in Fragen der Klimapolitik, des Wasser- und Bodenverbrauchs und der Emissionen trotz guter Ansätze längst nicht so gut da, wie dies der Fall sein könnte“, erinnern die Grünen abschließend.

Papst-Enzyklika: Grüne sind Abtreibungs-Befürworter und Familienzerstörer und nicht Schöpfungsbewahrer

Kritik von Pöder

Als "ziemlich scheinheilig" bezeichnet der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, das „Grüne Jubeln“ über die jüngste Papst-Enzyklika.

"Dass sich die Grünen plötzlich an Papst-Positionen anhängen ist lächerlich. Die Grünen stehen so ziemlich für alles, was die katholische Kirche ablehnt. Die Grünen sind Abtreibungsbefürworter, treten also für das Recht ein, ungeborenes Leben zu töten, anstatt die Schöpfung zu bewahren. Auch in der Familienfrage sind die Grünen eher auf der Zerstörerseite, als auf Seite der Bewahrer", so Pöder.

"Vom christlichen Werteverständnis kann man sich nicht nur die Rosinen herauspicken. Dieses Werteverständnis ist von den Grünen Südtirols so weit entfernt wie der Südpol von Nordpol“, so Pöder.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen