"Großzügigkeit und Solidarität walten lassen"

Grüne zu Flüchtlingskrise: “Auch Bozen muss helfen”

Freitag, 24. April 2015 | 18:13 Uhr

Bozen – Die Grünen fordern die Gemeinde Bozen dazu auf, in der aktuellen Flüchtlingskrise Hilfsmaßnahmen zu ergreifen.

„Auch der Bahnhof Bozen ist, wie viele andere Städte Italiens, dieser Tage Schauplatz des konstanten Durchzugs von Flüchtlingen. Die Flüchtlinge – Männer, Frauen und Kinder – werden gezwungen, die Züge, mit denen sie nach Mittel- und Nordeuropa unterwegs sind, in Bozen zu verlassen. Hier warten sie auf eine Gelegenheit, ihre Reise fortzusetzen, manchmal einige Stunden, manchmal mehrere Nächte lang. Die Dramatik dieser Reise kann man in den Gesichtern der Menschen ablesen, die, meist der lokalen Sprachen nicht mächtig, verängstigt und oft völlig übermüdet am Bahngleis hocken und auf eine rasche Weiterfahrt hoffen“, unterstreichen die Grünen.

„Die Versorgung dieser immer zahlreicher werdenden Personen liegt derzeit in den Händen weniger Freiwilliger, der Polizei und einiger Sozialhelfer, die mit völlig unzureichenden Mitteln versuchen, der Lage Herr zu werden“, schreiben die Grünen.

Die Bozner Grünen unterstützen vollauf den genehmigten Antrag der Grünen Landtags- und Regionalratsfraktion und rufen auch die Stadt Bozen auf, „sich aktiv in die nötigen Hilfsaktionen einzubringen, damit die Notlage am Bozner Bahnhof möglichst rasch und menschenwürdig aufgefangen werden kann.“

So fordern sie etwa die sofortige Einrichtung einer Erstanlaufstelle für Notfälle und zur Unterstützung (Essen, Getränke, Waschmöglichkeit, Kleider…) der Flüchtlinge am Bahnhofsgelände selbst oder in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs; die Entsendung von professionellen Sprach- und Kulturmediatoren, um den Flüchtlingen zentrale rechtliche und organisatorische Informationen zu vermitteln; die Einrichtung eines Nachtquartiers mit Toiletten und Waschmöglichkeiten in der Nähe des Bahnhofs sowie die aktive Teilnahme der Stadt Bozen an der Koordinierung aller beteiligten Einsatzkräfte.

Die Grünen rufen in dieser Notsituation außerdem die Bozner Stadtbevölkerung zu Großzügigkeit und Solidarität auf, heißt es abschließend.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen