Kritik von Benedikter an Kellerei-Deal

Hager: „Ideenlosigkeit bringt die Stadt nicht weiter“

Samstag, 04. April 2015 | 16:39 Uhr

Bozen – „Rudi Benedikter gehört zu jener Sorte Politiker, deren einziges Ziel der Stillstand ist: Sie entwickeln keine eigenen realisierbaren Ideen, dafür sind sie Weltmeister im Kritisieren jeder neuen Initiative.“ Heinz Peter Hager, Wirtschaftsprüfer und Vertreter der Innsbrucker SIGNA Gruppe in Bozen, stellt klar: „Wir freuen uns, dass wir im Herzen von Gries ein schönes Wohnprojekt entwickeln können und zugleich für rund 200 Bauern ein langjähriges Problem lösen. Mit dem neuen Kellereistandort haben wir überhaupt nichts zu tun.“ Hager dementiert weiters Gerüchte, wonach die SIGNA in der Gewerbezone Bozen Süd gekauft hätte.

Die Attacke von Gemeinderat Rudi Benedikter sei „lächerlich“ und darüber hinaus „sachlich falsch“: „Von jemandem, der seit 20 Jahren im Bozner Gemeinderat sitzt, dürfte man sich eigentlich schon erwarten, dass er zumindest informiert ist“, so Hager. Mit dem neuen Kellereistandort in Moritzing habe die SIGNA Gruppe bzw. René Benko überhaupt nichts zu tun. „Benedikter tut so, als hätten wir mit urbanistischen Entscheidungen der Landesregierung aus den Jahren 2007/2008 etwas zu tun. Das ist völlig absurd, damals hatte die SIGNA keine Aktivitäten in Südtirol“, so Hager.

Für Hager sind die Aussagen Benedikters „ein weiterer billiger Versuch, politisches Kleingeld zu machen“. Offensichtlich gehe es darum, von den eigenen Nicht-Leistungen und der eigenen Ideenlosigkeit abzulenken, glaubt Hager: „Ich als Bozner Bürger und Wähler kann mich nicht daran erinnern, dass Benedikter in seinen 20 Jahren als Gemeinderat jemals etwas Sinnvolles vorangebracht hätte. Auch als jahrelanger Beauftragter für den Virgl hat er keine Idee entwickelt, die auch nur annähernd machbar und finanzierbar wäre.“ „Einfach gegen alles zu sein, ist zu wenig.“ Dies gelte für Rudi Benedikter ebenso wie für seinen Namensvetter Rudi Rieder, der zwar für das Bürgermeisteramt kandidiert, aber nur ANTI-Vorschläge präsentiert.

Keine Investition in Bozen Süd“

Ins Reich der Märchen gehören für Hager Zeitungsmeldungen und Gerüchte, wonach die SIGNA Gruppe Grundstücke in der Gewerbezone Bozen Süd gekauft habe. „Dies ist einfach falsch. Wir engagieren uns im Stadtzentrum beim Busbahnhof und am Grieser Platz. Ich bin sicher, dass wir damit einen schönen Beitrag zur Stadterneuerung von Bozen leisten”, so Hager abschließend.

 WAS BISHER BERICHTET WURDE:

Benko kauft Grund in Bozner Industriezone

Der Immobilientycoon René Benko scheint in Bozen auf regelrechter Shoppingtour zu sein. Nach dem Palais Menz im Zentrum, diversen Immobilien rund um den Busbahnhof und die Garibaldistraße, das Gebiet am Virgl und jüngst auch das Gelände der Kellerei Bozen in Gries hat Benko offenbar auch in der Industriezone „zugeschlagen“.

Sein Vertreter in Bozen, Heinz Peter Hager, will dies zwar nicht bestätigen. Doch die Tageszeitung Alto Adige schreibt, dass ein großer Teil des Geländes zwischen der Galilei- und der Lanciastraße angeblich von Benko aufgekauft wurde. Das Gebiet grenzt an das Eigentum der Podini-Holding. Insgesamt hat Benko mit seiner Signa rund 400 Millionen Euro in Immobilien in Bozen investiert.

Dass man aber die Hand auf Bozen legen wolle, davon will Hager nichts wissen. Er kommentiert die Geschäftsaktivitäten so: „Wir erzeugen Wert, wo vorher nur Probleme waren“.

Kritik von Rudi Benedikter

Anders sieht Rudi Benedikter von Projekt Bozen die Sache. Was den Deal mit der Kellerei Bozen angeht, spricht der Gemeinderat von einer „fetten Beute für Benko“ und einer „unheiligen Allianz zwischen der Kirche, der Kellerei Gries und dem Baulöwen".

Diese würde nämlich die denkmal-, ensemble- und landschaftsgeschützte Gesamtanlage des Anreiterhofes in Moritzing – wo der Kellerei-Neubau entstehen soll – bedrohen.

Um diesen Deal zu ermöglichen, habe die Landesregierung zwischen 2008 und 2012 alle Schutzbestimmungen beseitigt.

„Der Anreiterhof bildet mit der denkmalgeschützten Moritzinger Kirche eines der schönsten Ensembles im gesamten Bozner Talkessel. Die charakteristischen Weinhöfe und die alten Ansitze der Landherren um das Moritzinger Kirchlein am Fuße des Glaninger Berges bilden zusammen mit den alten Umfassungsmauern der Weingärten entlang der alten Meraner Straße eine einmalige historische Gesamtanlage. Die nunmehrige Bauleitplanänderung seitens der Landesregierung betrifft – wie erwähnt – auch und gerade jene Grundparzelle, die erst 2007 unter zweifachen landesgesetzlichen Schutz gestellt worden war“, so Benedikter.

Doch beide Beschlüsse seien von der Landesregierung mit Beschluss Nr. 4030 vom 3.11.2008 beseitigt worden, bemängelt Rudi Benedikter.

Von: ©lu/mh

Bezirk: Bozen