Zwischenbilanz der Landesregierung

Halbzeit für Landesrätin Stocker: Eigenverantwortung stärken

Freitag, 24. Juni 2016 | 13:19 Uhr

Bozen – Eigenverantwortung stärken, Menschen mitnehmen, Bürger und Unternehmen entlasten: Dies waren die Schwerpunkte der heutigen Pressekonferenz von Landesrätin Martha Stocker.

Die Landesrätin für Gesundheit, Sport, Soziales und Arbeit, Martha Stocker, hat die Pressekonferenz am heutigen Freitag für eine Standortbestimmung, eine Zwischenbilanz  und eine Vorschau zur Halbzeit der Amtsperiode 2013-2018 genutzt. In der Sozialgenossenschaft Akrat am Bozner Matteottiplatz legte die Landesrätin dar, was sie bisher erfolgreich auf den Weg gebracht hat und welche Herausforderungen in den nächsten Jahren anstehen. "Wir sind heute nicht zufällig hier zu Gast: Die Sozialgenossenschaft Akrat und das Kaffee 21 stehen stellvertretend für die hervorragende Arbeit der Südtiroler Sozialgenossenschaften", unterstrich Landesrätin Stocker, die ihre Arbeit als "work in progress" sieht. "Ich hoffe sehr, dass unsere Fort- und Weiterentwicklung eine evolutionäre und eine nachhaltige Entwicklung ist." Den demographischen Wandel definierte die Landesrätin dabei als zentrales Thema und bereichsübergreifende Herausforderung für ihre Agenden.

Gesundheit: Heute die Weichen für morgen stellen

"Es muss uns immer wieder klar sein, dass Eigenverantwortung auch eine Wir-Verantwortung sein muss", eröffnete Landesrätin Stocker den ersten Themenbereich, bei dem sie über die Gesundheitspolitik, die Gesundheitsförderung und Prävention sowie den Sport sprach. "Dabei tragen wir die Verantwortung dafür, heute die Weichen für morgen zu stellen", so die Landesrätin. In der Gesundheitsreform sei es in den vergangenen zweieinhalb Jahren gelungen, einiges auf den Weg zu bringen und auf gesetzlicher Ebene abzuschließen: Die Leitlinien der Reform mit den Schwerpunkten der Prävention, der Stärkung des Territoriums und der Sicherung der Krankenhäuser, der Landespräventionsplan mit dessen Umsetzung nun begonnen werde und die Durchführungsbestimmungen zur Lebensmittelsicherheit, die den Unternehmen mehr Eigenverantwortung einräume. Mit dem Sammelgesetz hingegen werden vor allem junge Ärzte durch eine Förderung für die Eröffnung von Ambulatorien und eine Förderung der Zweisprachigkeit unterstützt. In Bezug auf den Landesgesundheitsplan sei es gelungen, den Expertenentwurf auf den Weg zu schicken. "Wir machen nun jene Schritte durch, die vom Gesetz her vorgegeben sind", nahm die Landesrätin zum Genehmigungsverfahren mit Beteiligung der Bürger Stellung. "Wichtig ist auch, dass wir die Leistungsprofile der Krankenhäuser und somit die Grundversorgungsleistungen klar definiert haben", so die Landesrätin. Landesrätin Stocker sprach unter anderem auch die erfolgreiche Ausschreibung von 100 Ärztestellen und die Genehmigung von 120 zusätzlichen Vollzeitstellen im Bereich der Pflege an. "Eine große ‘Baustelle’ ist für mich jene, dass wir es wirklich schaffen müssen, die Dienstleistungen ins Territorium vor Ort zu bringen, indem wir verstärkt auf die Sozial- und Gesundheitssprengel setzen", so Stocker. In der zweiten Hälfte ihrer Amtsperiode stehe zudem die Neuordnung des Landesgesundheitsdienstes an. Als ein weiteres großes Projekt bezeichnete die Landesrätin die Förderung der Eigenverantwortung durch die EVVIVA-Selbstmanagement-Programme. "Wir wollen die Menschen ein Stück weit dorthin bringen, wo sie früher waren, damit sie für sich selber etwas Doktor sind."

Gesundheitsförderung und Prävention: Gesund sein – gesund bleiben

In Bezug auf die Gesundheitsförderung und Prävention nahm Landesrätin Stocker Bezug auf die gestern vorgestellte "Bersaglio"-Studie, die den Südtirolern eine gute Gesundheit bescheinigt. "Trotz dieser guten Daten im gesamtstaatlichen Vergleich werden wir uns bemühen, uns weiterhin zu verbessern", so die Landesrätin. In der Prävention liege der Schwerpunkt bei den Suchterkrankungen. "Mit dem Sammelgesetz haben wir die Möglichkeiten zu spielen eingeschränkt", sprach Stocker den verstärkten Schutz von gefährdeten Menschen an und erwähnte im Zusammenhang mit der Prävention auch die Sensibilisierungsarbeit zum Thema Alkohol. Die Auszeichnung gesunder Betriebe mit dem Qualitätssiegel "Betrieb plus" und der Aufbau einer Plattform zur Gesundheitsförderung sind nur zwei der vielen Projekte, die für diesen Bereich geplant sind.

Sport: Breiten- und Leistungssport fördern

"Wir Südtiroler haben unglaublich bewegungstüchtige Jugendliche und auch Erwachsene, was zu einer hohen Lebenserwartung beiträgt", spannte Landesrätin Stocker den Bogen zum Thema Sport. In diesem Bereich werde das Thema der Defibrillatoren weiterhin verfolgt. Die Sportstättenfinanzierung vor allem bei großen Projekten werde auch zukünftig in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalen Olympischen Komitee CONI erfolgen. Als große Aufgabe für die kommenden Jahre bezeichnete Landesrätin Stocker die Überarbeitung der Kriterien für die Beitragsvergabe, die Überlegungen zum Landessportzentrum, die Förderung von Olympiahoffnungen und den Sportstättenatlas.

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen