Fabi als „fünfter Bezirksdirektor“

Harsche Kritik an neuen Posten in der Sanität

Sonntag, 21. Juni 2015 | 10:51 Uhr

Bozen – Die Brunecker PD-Gemeinderätin Cornelia Brugger, die auch Mitglied des Landesparteiausschusses ist, übt scharfe Kritik an den Sparmaßnahmen im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Vor allem wird kritisiert, dass der Rotstift vor allem in den unteren Ebenen angesetzt, während bei der Führung kaum gekürzt werde.

„Die Sparmaßnahmen im Bereich Gesundheit scheinen in Ordnung, sobald sie Krankenhäuser und Personal betreffen, aber nicht wenn es um Führungskräfte geht. Auf der einen Seite muss man mit Kürzungen klar kommen, auf der anderen mit der Schaffung eines ‚fünften Bezirksdirektors‘. Damit meine ich den Auftrag, den Andreas Fabi vom Sanitätsbetrieb bekommen hat. Fabi tritt als Direktor des Südtiroler Sanitätsbetriebs 2014 zurück und kehrt wieder als Angestellter in den Sanitätsbetrieb zurück, den er 2007 verließ, um Generaldirektor zu werden“, schreibt Brugger in einer Aussendung.

In solchen Fällen sei es üblich, dass sobald ein neuer Direktor das Amt übernimmt, der Alte sich davon verabschieden muss. „In Südtirol ist es anscheinend anders. Mit dem Argument der Ersparnisse durch die Rationalisierung der Kosten werden einerseits die Gesundheitsdienste für die Bürger eingeschränkt und anderseits neue Posten geschaffen, die nicht einmal notwendig wären. Dieser Posten ist dazu bestimmt, die Beziehungen mit den Gewerkschaften und dem Personal zu gestalten, obwohl diese Tätigkeiten eigentlich sehr gut von bereits vorhandenen Führungskräften verrichtet werden. Das ist eine Schande für alle Angestellten des öffentlichen Dienstes, die seit 2010 keine Erneuerung ihres Vertrages bekommen haben und dazu noch unter dem allgemeinen Aufnahmestopp und den Stellenkürzungen leiden“, fährt Brugger fort.

Brugger spart auch nicht mit Kritik gegen ihre eigene Partei: Die Tatsache, dass die Demokratische Partei darüber schweigt, sei alles andere als positiv, vor allem seitens der Vertreter im Landtag. „Ich hoffe, dass der PD eine andere Herangehensweise bei den Verhandlungen mit der SVP bezüglich der Gesundheitsreform haben wird“, erklärt Brugger abschließend.

Cornelia Brugger. Mitglied des Landesparteiausschusses und Gemeinderätin in Bruneck.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen