Entscheidende Treffen stehen an

Hausärzte streiken doch nicht

Montag, 01. Juni 2015 | 08:32 Uhr

Bozen – Die Hausärzte in Südtirol haben ihren angekündigten Streik abgesagt. Eigentlich wollten die Hausärzte heute und morgen die Wochenenddienste bestreiken und damit gegen ihren neuen Vertrag protestieren.

Auch wollten sie darauf aufmerksam machen, dass bereits lange angekündigte Reformen noch nicht angegangen wurden.

Der Dienst an den Patienten ist nun doch gesichert. Die Bereitschaft, die Wochenenddienste aufzukündigen bleibt aber aufrecht.

Am Donnerstag findet laut Medienberichten in Meran eine weitere Aussprache der Hausärzte statt. Dabei sein werden alle vier Hausärztegewerkschaften. Interne Streitereien sollen somit ausgebügelt werden.

Am 11. Mai steht eine Aussprache mit Landesrätin Martha Stocker auf dem Programm. Dann wird sich entscheiden, ob es zu einer Einigung kommt.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (30.5.2015)

Zwischen den Hausärzten und dem Landesgesundheitsressort herrscht nach wie vor dicke Luft. Mittlerweile schließen sich 150 von 270 Hausärzten dem Protest an.

Die Hausärzte wollen die Bereitschaftsdienste am Wochenende und an den Feiertagen nicht mehr gewährleisten. Erster Protesttag soll bereits der Feiertag am 2. Juni sein.

Im Sanitätsbetrieb befürchtet man unterdessen, dass der Protest zu einem Ansturm auf die Erste-Hilfe-Abteilungen in den Krankenhäusern führen könnte. Damit müssten die Patienten längere Wartezeiten in Kauf nehmen

Andreas Fabi, der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Er ruft beide Seiten zum Dialog auf. Seiner Meinung sei eine Diskussion mit den Hausärzten über eine Lösung des Problems möglich, wenn der Protest aufgeschoben werde.

Gleichzeitig betont Fabi, dass sich einige Hausärzte bereits zum Dienst an den Wochenenden im Juni verpflichtet hätten. Diese Verpflichtung könne nicht einfach von heute auf morgen abgeschüttelt werden.

Von: ©mk/lu

Bezirk: Bozen