Raffinierte Masche: Smartphone kommt nie an

Hunderte fallen auf Internet-Betrüger rein

Freitag, 24. Juli 2015 | 11:49 Uhr

Bozen – Über Hunderte, die sich erhofften, neueste Smartphones und andere elektrische Geräte zu Schnäppchenpreisen im Internet zu ergattern, fielen auf seine Masche rein. Nun geht die Bozner Staatsanwaltschaft gegen den mutmaßlichen Betrüger vor, der aus Peru stammt und zwischen Trient, Bozen und Verona hin- und herpendelt. Wo sich der Mann derzeit aufhält, ist unklar.

Begonnen haben die Ermittlungen mit der Anzeige eines Sizilianers, der auf ebay ein Handy gekauft, aber nie erhalten hatte. Die Nachforschungen ergaben, dass er nur einer von vielen war.

Gegen den Verdächtigen läuft auch in Trient ein Prozess, weil er Geld und Daten von einem Rentner gestohlen haben soll. Mit der falschen Identität soll er sich dann ein Konto eingerichtet haben, auf das allein vom 12. bis 19. Dezember 2014 über 20.000 Euro flossen.

Der Trick, auf den der Mann  zurückgegriffen haben soll, war dabei immer derselbe: Auf ebay hat er sich angeblich gleich mehrere Verkäufer-Profile angelegt, um anfangs Schutzhüllen für Bildschirme unter dem Einkaufspreis anzubieten. Da er diese auch sofort lieferte, erntete er schnell viel positives Feedback.

Dann begann er auch, Smartphones unter mehreren Firmennamen anzubieten, wobei er teilweise auch Namen von tatsächlich existierenden Unternehmen verwendet haben soll. Die Kunden, die bezahlt hatten, erhielten nun die gewünschte Ware allerdings in den seltensten Fällen.

Auch Namen von Bankkonten in anderen italienischen Städten waren nicht erfunden, sondern rührten von Diebstählen von Daten fremder Identitäten.

Im Internet wird vor dem Betrüger gewarnt. Doch kaum wurde bei ebay ein Verkäufername gesperrt, soll der Verdächtige sich unter einem neuen angemeldet haben und das Spiel begann von vorne.

Staatsanwalt Axel Bisignano geht nun der Frage nach, ob der Mann mehrere Komplizen hatte.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen