Zeuge packt in "Stein an Stein 2" - Prozess aus

“Im Auftrag Rainers gehandelt”

Mittwoch, 24. Juni 2015 | 12:02 Uhr

Bozen – Am Landesgericht Bozen wurde am Dienstag das Verfahren „Stein an Stein 2“ mit der Anhörung des Kronzeugen der Anklage fortgeführt.

Ex-SEL-Mitarbeiter Armin Kager stand der Anklage rund fünf Stunden lang Rede und Antwort. Zuvor wurde aber vonseiten der Verteidigung versucht, den Zeugen zu demontieren.

Im zweiten Teil von „Stein an Stein“ geht es bekanntlich um das Kraftwerk Mittewald. Die Staatsanwaltschaft glaubt beweisen zu können, dass der Wassernutzungsplan auf Rainers Einflüsterung hin zugunsten des Kraftwerkes Mittewald abgeändert worden sei.

Ex-Landesrat Michl Laimer, Ex-SEL-Präsident Klaus Stocker, Ex-SEL-Aufsichtsratspräsident Franz Pircher und der Ex-SEL-Direktor Maximilian Rainer wird in diesem Zusammenhang Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Armin Kager betonte in seinen Aussagen, dass er „auf Anweisung von Maximilian Rainer“ gehandelt habe. Dieser habe ihm jenen Entwurf des Wassernutzungsplanes zugespielt, den die Landesämter ausgearbeitet hatten.

Den Aussagen zufolge hätte Ex-Landesrat Laimer, den Plan Rainer zur Durchsicht und eventuellen Verbesserung zugeschickt, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Kager gab an, zwischen Juli 2007 und Juni 2009 sieben verschiedene Fassungen erhalten und für Rainer mit entsprechenden Korrekturvorschlägen versehen zu haben. Pikant: Im ersten Plan des Landes war festgehalten, den gesamten Abschnitt des Eisack von Sterzing bis Franzensfeste unter Schutz zu stellen.

Rainer schlug dann vor, im Abschnitt Pfitscher- und Maulserbach jeglichen Bau neuer Kraftwerke zu untersagen. Im Abschnitt Maulserbach- Franzensfester Stausee sollte nur der Bau großer Kraftwerke verwehrt werden.

Mit der Einvernahme weiterer Zeugen wird der Prozess am 9. Juli fortgesetzt.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen