Ideenwettbewerb der SIGNA Gruppe

In fünf Minuten vom Waltherplatz auf den Virgl

Freitag, 10. Juli 2015 | 17:02 Uhr

Bozen – „Eine Reise aus der Stadt – oder – the memory of a place“: So taufte das renommierte Architekturstudio Snohetta seinen Projektvorschlag für die sanfte Aufwertung des Virgl. Prof. Kjetil Thorsen war eigens von Oslo nach Bozen gereist, um gemeinsam mit seinem Partner im Büro Innsbruck, Patrick Lüth, das Konzept vorzustellen, das eine neue Seilbahn vorsieht, die vom Virgl auch nach Kohlern weitergeführt werden könnte.

Die Präsentation für die Medien fand im Showroom des „Kaufhaus Bozen Bolzano“ statt. Hintergrund ist ein Ideenwettbewerb der SIGNA Gruppe unter drei Architekturbüros von Weltrang (Zaha Hadid, Coop Himmelb(l)au und Snohetta).

Die SIGNA verfügt bekanntlich über eine Kaufoption über das brachliegende, rund 40 Hektar große Gelände am Virgl, auf dem u.a. die verfallenden Gebäude des ehemaligen Hotels und der früheren Seilbahn-Bergstation sowie das Schwimmbad liegen.

Das siegreiche Projekt stammt von Snohetta mit Hauptsitz in Oslo und Büros u.a. in New York, San Francisco, Singapur und Innsbruck. Auch das Bozner Architekturbüro monovolume war in die Projektentwicklung eingebunden. Thorsen stellte die Menschen und ihre Bedürfnisse als Grundgedanken in den Mittelpunkt. Die Architektur habe die Aufgabe, den Menschen Raum zu bieten und Möglichkeiten, sich in ihrer Umgebung zu bewegen und sie neu zu entdecken.

Zwei Ringe – einer als Tal-, der andere als Bergstation – bilden den Rahmen der Seilbahn, die die Ringe tangential verbindet. Als Fahrzeit ist eine Minute und elf Sekunden vorgesehen. Damit liegt der neue Virgl nur fünf Minuten vom Waltherplatz entfernt.

Die Architektur der Talstation bringt ein Stück Natur in die Stadt – dank begrünter Hügel als Abgrenzung –, während die Bergstation mit einem naturbelassenen Bergplatz daran erinnert, dass man sich im Bereich einer Stadt befindet. Die Bergstation kann zur Mittelstation umfunktioniert werden, sofern eine Weiterführung nach Kohlern gewünscht werden sollte.

Als Nutzungsbereiche sind unter anderem ein Restaurant, ein Café und Veranstaltungsräume vorgesehen; im Außenbereich sticht vor allem ein Infinity-Schwimmbecken ins Auge.

Für die Jury lobten Arch. Carlo Azzolini und Landschaftsplanerin Arch. Helene Hölzl das Konzept. Heinz Peter Hager, Präsident der Bozner KHB GmbH, dankte allen Beteiligten und der SIGNA für die Initiative und den Einsatz: „Ziel war es konkret zu prüfen, was hier alles möglich sein könnte. Die Ergebnisse haben mich sehr überrascht und im Siegerprojekt finde ich sehr viele positive Elemente für die Stadt, aber auch für den Virgl. Wenn ich einen Wunsch äußern darf: Es wäre sehr schön, wenn wir im Juni 2017 anlässlich des Weltseilbahnkongresses die erste Fahrt auf den Bozner Hausberg unternehmen könnten.“

Die Projekte sind ab sofort im Showroom des „Kaufhaus Bozen Bolzano“ im Palais Menz in der Bozner Mustergasse ausgestellt. Der Showroom ist werktags täglich von 16.00 bis 20.00 Uhr geöffnet, samstags von 10.00 bis 14.00 Uhr.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen