„Gebrochene Versprechen“

Innichen: Gynäkologie wird geschlossen

Freitag, 18. September 2015 | 16:23 Uhr

Innichen – Am gestrigen Donnerstag wurden die Mitarbeiterinnen der Gynäkologie des Krankenhauses Innichen informiert, dass die Abteilung mit 15. Oktober 2015 geschlossen wird.

Der ASGB-Gesundheitsdienst ist darüber äußerst besorgt, dass geltende Vereinbarungen, wonach im Krankenhaus Innichen keine weiteren Einschnitte mehr geplant sind, schon wieder gebrochen würden: Nach der Schließung der Geburtshilfe werde nun die Abteilung geschlossen, obwohl von der Politik versprochen wurde, dass die Abteilung von Montag bis Freitag geöffnet bleibt. Auch der Primararzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Bruno Engl, habe die Zusicherung dafür gegeben, so die Gewerkschaft.

Geplante operative Eingriffe sollten vermehrt im Krankenhaus Innichen durchgeführt werden: Am Dienstag sollten größere Operationen und am Donnerstag kleinere Eingriffe eingeplant werden. Dadurch sollten im Krankenhaus Bruneck zusätzliche Betten für die Geburtshilfe zur Verfügung stehen. „Leider wurden die Versprechen, die immer wieder gemacht wurden, nicht eingehalten“, so der ASGB.

Der ASGB Gesundheitsdienst stellt sich die Frage: „Wird als nächstes die Gynäkologische Ambulanz geschlossen? Werden im Krankenhaus Innichen Dienste vorsätzlich demontiert, um dadurch ein Alibi für eine schleichende Schließung des Krankenhauses Innichen in der Hand zu haben? Dies alles, obwohl die Landesrätin mehrmals betont hat, dass ihr die Betreuung von Frauen eine Herzensangelegenheit ist.“

Der ASGB Gesundheitsdienst fordert Landesrätin Martha Stocker auf, die Schließung der Gynäkologie-Abteilung im Krankenhaus Innichen zu widerrufen und sich an die damals abgegebenen Versprechen zu halten.

„Die Verunsicherung unter den Mitarbeiterinnen ist verständlicherweise sehr groß. Seit Jahren sind sie dieser ausgeliefert.“ Der ASGB Gesundheitsdienst fordert „endlich eine klare Zukunftsplanung für das Krankenhaus Innichen und damit auch Sicherheit für die Bevölkerung und für die Angestellten“.

Von: ©mk

Bezirk: Pustertal