"Land teilweise im Kommunkationsmittelalter"

Internet: Pöder kritisiert “Schneckentempo” in Südtirol

Donnerstag, 17. September 2015 | 17:22 Uhr

Bozen – Der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, wirft der Landesregierung vor, sich Miniziele bei der Abdeckung Südtirols mit schnellem Internet zu setzen. „Die Landesregierung plane den Ausbau des Breitbandinternets in Südtirol viel zu vorsichtig, die zu erreichenden Megabitraten erreichen kaum die europäischen Planungsschritte, wobei diese nicht ambitioniert sondern übervorsichtig gesetzt wurden. Die Werbeaktion der Landesregierung für ihre Breitbandaktivitäten läuft unter dem Hashtag/Motto #wirvernetzen Südtirol. Dabei müsste es eher heißen, #wirverSetzen Südtirol, denn seit 2006 wird den Südtirolern in regelmäßigen Abständen von der Landesregierung die Abdeckung mit schnellem Internet versprochen“, so Pöder.

Dabei sehe seiner Ansicht nach die Realtität anders aus: Es gebe Talschaften, Dörfer und Gebiete in denen es extrem langsames Internet gibt, weil weder die kabelgestützte noch die funkgestützte Versorgung ausreichende Kapazitäten hat. In den Tälern, Gemeinden und Gebieten, in denen die Provider/Anbieter hohe Megabit-Raten zusichern, gebe es auch immer häufiger Internet im Schneckentempo, weil die Anbieter ihre Zusagen nicht einhalten oder die Kapazitäten erschöpft sind. Betriebe hätten Wettbewerbsnachteile und: Privathaushalte würden in einigen Gebieten Südtirols im Kommunikationsmittelalter leben, so Pöder

Demgegenüber schlägt die BürgerUnion vor: „Innerhalb 2016 müssen alle Betriebe und Haushalte mit mindestens 20 Megabit/s-Verbindungen vesorgt sein, Breitbandabdeckung mit 50 Megabit/s Downloadrate für ganz Südtirol bis 2018, Gratis WiFi-Hotspots in allen Südtiroler Gemeinden, eine sichere Südtirolcloud, eine eigene Südtirol-Domain und ausgefeiltere Südtirol-Apps für Touristen und Einheimische.“
 
Der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder bezeichnet die Digitale Agenda 2020 der Landesregierung als „mittelalterlich und wenig konkret“. „Südtirol muss bis 2016 und bis 2018 größere Schritte im Datennetz und hinsichtlich des digitalen Angebotes für Bürger und Betriebe machen als dies von der Landesregierung bis 2020 vorgesehen ist. Die Landesregierung ist im Schneckentempo unterwegs, wir wissen, dass ein wesentlich ambitionierteres Programm in kürzerer Zeit zu verwirklichen ist“, so Pöder.
 
Die Welt sei in den letzten Jahren zunehmend digital geworden. Wer im digitalen Zeitalter hinterher hinkt, büße Konkurrenzfähigkeit ein. Südtirol gehöre zu den digitalen Entwicklungsländern. So hätten 25 Prozent der Südtiroler kein Internet, viele der Internetuser hätten ein nicht konkurrenzfähiges, langsames und teures Datennetz zur Verfügung, so Pöder.

„Es gibt immer noch eine Reihe von Gebieten in Südtirol, die nicht mit schnellen Internetzugängen versorgt sind. Dies bedeutet für die Haushalte Kommunikations-Nachteile und insbesondere für die Betriebe in den betreffenden Zonen Standortnachteile“, erklärt der Abgeordnete abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen