Jugendbeirat begrüßt die Tilgung der offenen Investitionen im Jugendbereich

Investitionsstau in der Jugendarbeit: Abbauplan wird erarbeitet

Dienstag, 30. Juni 2015 | 18:05 Uhr

Bozen – Die Ansuchen um Investitionen im Bereich der Jugendarbeit für die deutsche Sprachgruppe übersteigen die dafür jährlich vorgesehenen Haushaltsmittel. Daher hat die Landesregierung heute (30. Juni) beschlossen, einen vorläufigen Stopp für die Einreichung weiterer Ansuchen zu verfügen und Landesrat Achammer beauftragt, einen außerordentlichen Abbauplan für die aufliegenden Ansuchen zu erarbeiten. 

Die Landesregierung hat den Jahresplan zur Förderung der Jugendarbeit der deutschen Sprachgruppe im März genehmigt. Die von öffentlichen und privaten Körperschaften eingereichten Ansuchen um einen Beitrag zur Förderung von Investitionen in Einrichtungen der Jugendarbeit haben inzwischen aber ein Ausmaß von knapp 6,7 Millionen erreicht, was den vonseiten des Landes zu finanzierenden Kostenanteil von 50 Prozent betrifft. Der verbleibende Anteil wird von den ansuchenden Körperschaften selbst getragen.

Da im Landeshaushalt auf den entsprechenden Kapiteln nicht ausreichend Mittel vorgesehen sind, um alle geplanten Investitionen tätigen zu können, hat die Landesregierung nun einen vorläufigen Stopp für die Einreichung weiterer Ansuchen verfügt. Zudem wurde der zuständige Landesrat, Philipp Achammer, beauftragt, ein Programm auszuarbeiten, das die notwendigen Schritte für den Abbau des Investitionsstaus festlegt.

"Das vorgesehene Programm, das auch einen Zeit- und Ressourcenplan beinhalten wird, dient dazu, die Investitionsausgaben im Bereich der Jugendarbeit für die deutsche Sprachgruppe bis zum Jahr 2018 genauer zu planen," erklärt Landesrat Achammer, "vorrangiges Ziel muss es dabei sein, den bereits eingereichten Ansuchen nachzukommen. Angesichts immer knapper werdender Mittel ist es darüber hinaus notwendig, gemeinsam mit den betroffenen Organisationen allgemeine Kriterien festzulegen, welche Investitionen in Zukunft als vorrangig zu betrachten sind."

Jugendbeirat begrüßt die Tilgung der offenen Investitionen im Jugendbereich

Seit dem Jahr 2009 sind sämtliche Investitionen in der außerschulischen Jugendarbeit stetig reduziert worden. Die Folge ist ein Investitionsstau für dringend notwendige Infrastrukturen in der Höhe von ca. 7 Millionen Euro. Viele verschiedene Träger der außerschulischen Jugendarbeit wie die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste, das Netzwerk der Jugendarbeit und der Südtiroler Jugendring machten immer wieder auf diese prekäre Situation aufmerksam, ebenso der Landesjugendbeirat.

Bei der letzten Sitzung der Landesregierung am heutigen Dienstag, 30. Juni, wurde die Tilgung sämtlicher offener Investitionen innerhalb der nächsten drei Jahre bei einem gleichzeitigen Investitionsstopp für neue Investitionen im gleichen Zeitraum beschlossen.

Der deutsche Landesjugendbeirat verfolgte die Entwicklung der letzten Jahre und begrüßt den Beschluss der Landesregierung. "Der stetig steigende Bedarf an lokaler Jugendarbeit sowie die immer strikteren gesetzlichen Auflagen machten einen solchen Schritt unumgänglich. Verschiedene Träger der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit konnten durch die fehlenden finanziellen Mittel ihre Infrastrukturen weder erhalten, noch den Bestimmungen anpassen oder neue schaffen. Dies ist ein sehr wichtiges Zeichen für die Jugend und deren Stellenwert in unserer Gesellschaft. Denn die Kinder und Jugendlichen sind nicht nur unsere Zukunft, sie sind vor allem unsere Gegenwart", betont Hannes Waldner, Vorsitzender des deutschen Landesjugendbeirats.

Der deutsche Landesjugendbeirat wird die weitere Entwicklung beobachten.

Von: ©lpa